SGD Preis 2018 geht an Willkommen in Löbtau e.V.

Der mit 5.000 Euro dotierte SGD-Preis 2018 für Engagement gegen Diskriminierung geht an das Dresdner Netzwerk „Willkommen in Löbtau“. Die Initiative setzt sich seit 2015 für ein offenes, respektvolles Miteinander in den Stadtteilen Löbtau und Naußlitz ein. 

„Wir danken Dynamo Dresden für diese tolle Anerkennung und die finanzielle Unterstützung! Was aber wichtiger ist und unsere Arbeit noch viel besser voranbringen würde, sind neue ehrenamtliche Helfer. Jeder, der sich für eine gelungene Integration geflüchteter Menschen einsetzen möchte, kann uns helfen und ist willkommen. Über unsere Arbeit kann man sich auf unserer Website informieren oder einfach bei einer unserer wöchentlichen Veranstaltungen vorbeischauen. Dazu ist jeder ganz herzlich eingeladen“, sagte Ronny von Loh, einer von drei Vereinsvorständen des „Willkommen in Löbtau“ e.V. 

„Stadtteile sind Orte der Begegnung, sei es in der Nachbarschaft, im Sportverein oder beim Bäcker an der Ecke. Gerade dort, wo sich Menschen regelmäßig austauschen, ist ein faires, offenes und hilfsbereites Miteinander von großer Bedeutung. Zugleich liegt in dieser Nähe immer auch die wunderbare Chance, einander kennenzulernen und sich dadurch gegenseitig besser verstehen zu können. Die Initiative ,Willkommen in Löbtau‘ engagiert sich in besonderer Weise dafür, das Zusammenleben der Menschen im Stadtteil positiv zu fördern. Diese ehrenamtliche Arbeit möchten wir mit der Preisverleihung würdigen und gleichzeitig sehr gerne unterstützen“, erklärte Dynamos Präsident Holger Scholze. 

Im Netzwerk „Willkommen in Löbtau“ engagieren sich Kirchgemeinden, Nachbarschaftsinitiativen, engagierte Einzelpersonen, Vereine und Parteien. Die Initiative will eine Brücke schlagen zwischen neuen und alteingesessenen Stadtteilbewohnern. Zudem begleitet sie Geflüchtete weit über die Stadtteilgrenzen hinaus in ihrem Integrationsprozess. 

Die Sportgemeinschaft lobt den mit 5.000 Euro dotierten SGD-Preis seit 2012 jährlich aus. Unter dem Motto „Stark gegen Diskriminierung“ wird die Arbeit von Initiativen gefördert, die sich in Dresden und der Region für Offenheit, Fairness und Akzeptanz einsetzen. 

Bildquelle: SGD/Steffen Kuttner

Fachtag Asyl und Arbeit: Zusammenarbeit gegen die Informationskrise

Rund 60 Teilnehmer/innen folgten am 6.10.2018 der Einladung des Bürgerbüros Dr. Eva Maria Stange und der AG Ausbildung und Arbeit des Netzwerks „Willkommen in Löbtau e.V.“ in den Gemeindesaal der Hoffnungskirche in Dresden-Löbtau.

„Wir haben keine Flüchtlingskrise, wir haben eine Informationskrise“ konstatiert Michael Kobel, Leiter der AG Ausbildung und Arbeit, gleich zu Beginn der Veranstaltung und zeigt damit die Zielsetzung des Fachtags auf.

Am Vormittag standen Berichte von ehrenamtlichen Helfern, Firmen und Geflüchteten mit positiven und negativen Erfahrungen in der Arbeitsmarktintegration auf dem Programm. Positiv wurde das ehren- und hauptamtliche Engagement hervorgehoben. Kritisch wurden Probleme bei den Sprachkursen, der berufsbegleitenden Weiterbildung von Geflüchteten, die bereits Arbeitserfahrung mitbringen, sowie der Umsetzung der Ausbildungsduldung gesehen. Darauf aufbauend fanden am Nachmittag drei Workshops zu diesen Themen statt, bei denen hochrangige Vertreter des BAMF, des Sächsischen Innenministeriums, der Stadt Dresden und des Jobcenters zu den vorgebrachten Problemen Stellung nahmen und den Teilnehmern „kleine Brücken“ vorschlugen, die schon jetzt begehbar wären, ohne auf zukünftige Gesetzesvorhaben auf Bundes-oder Landesebene zu warten. Darüber hinaus war das gegenseitige Kennenlernen ein wichtiger Baustein zur weiteren Zusammenarbeit.

Ein Höhepunkt war der Bericht von Yazan Alkhalil, der im Sommer 2015 nach Sachsen kam und nun als approbierter Apotheker arbeitet. In perfektem Deutsch schilderte er wie er noch ab und zu mit der Alltagssprache kämpft („Haben Sie etwas gegen Kater?“). An seinem Beispiel sieht man: Wo ein Wille ist, da ist ein Weg in die gelungene Integration.

Die Ergebnisse der Workshops des Fachtags werden in den nächsten Wochen auf https://indico.cern.ch/e/asylundarbeit dokumentiert.