Internationales Frühlingsfest im Garten der Hoffnungskirche

Der Verein Willkommen in Löbtau e.V. feierte am 22. April 2017 im Garten der Kirchgemeinde Frieden und Hoffnung ein geselliges Frühlingsfest.

Bunt gemischt und international waren nicht nur Gäste und Buffet, auch ein abwechslungsreiches musikalisches Programm mit Liedern aus aller Welt sorgte neben gemeinsamen sportlichen Aktivitäten und einem gemütlichen Lagerfeuer für eine ausgelassene Stimmung und ein bereicherndes Miteinander.

Der Verein Willkommen in Löbtau e.V bedankt sich ganz herzlich bei dem internationalen Chor Singasylum Gorbitz für einen tollen Auftritt, bei der Kochgruppe Cooking Action für die professionelle Kochausrüstung, sowie bei allen fleißigen HelferInnen für das gelungene Fest.

 

Informations- und Patenschaftsabend „Ausbildung und Arbeit für Geflüchtete“

Oft besitzen Geflüchtete gute Voraussetzungen, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, haben aber leider nicht genügend Informationen darüber, wie man das anpackt. Auf dem Weg zu einer festen Anstellung gibt es zudem viele Hürden – sprachliche, gesetzliche, bürokratische, strukturelle, kulturelle, die sie ohne Unterstützung meist nur sehr schwer überwinden können. Persönliche längerfristige Arbeitssuche-Patenschaften können hier eine große Hilfe sein.

Das Netzwerk „Willkommen in Löbtau“ veranstaltete am 12. November 2015 einen Informations- und Patenschaftsabend zum Thema „Ausbildung und Arbeit für Geflüchtete“. Eingeladen waren arbeitsuchende Geflüchtete und Interessierte, die gern eine Patenschaft übernehmen möchten, ehrenamtliche Vertreter von Willkommensnetzwerken benachbarter Stadtteile sowie hauptamtlich Tätige aus dem Bereich Arbeitsvermittlung und Flüchtlingsarbeit.

Zur Freude der Organisatoren war das Interesse an der Veranstaltung groß. Mehr als 100 Menschen folgten der Einladung in den Hörsaal 403 des Hörsaalzentrums der TU Dresden. Sämtliche Plätze und Fensterbänke waren schnell besetzt, sodass zusätzliche Stühle beschafft werden mussten. Die Geflüchteten kamen nicht nur aus den Asylunterkünften in der Tharandter Straße in Löbtau, der Podemusstraße in Stetzsch und der Waltherstraße in Friedrichstadt, sondern aus dem gesamten Stadtgebiet und sogar darüber hinaus. Auch die neuen UnterstützerInnen, die sich für eine Patenschaft engagieren möchten oder sich zunächst erst einmal informieren wollten, kamen aus verschiedensten Stadtteilen. Vertreter aus den Netzwerken Anker Friedrichstadt, Gemeinsam im Dresdner Westen und Dresden-Plauen Miteinander nahmen ebenso an der Veranstaltung teil wie der Koordinator Ehrenamt und Beschäftigung im Bereich Asyl der Stadt Dresden, Clemens Hirschwald. Darüber hinaus nahmen sich Andre Kostov vom Team Integration von Asylsuchenden der Arbeitsagentur Dresden und Uwe Krenz vom Comcenter Dresden Zeit für die Veranstaltung.

Zunächst gab es eine Einführung für potentielle neue Patinnen und Paten. Dann folgte ein Vortrag, der hauptsächlich die Geflüchteten adressierte. Ziel war es, offizielle Anlaufstellen und das Unterstützungsangebot durch Arbeitssuche-Patenschaften vorzustellen sowie eine Einführung zu Arbeitsgelegenheit, Praktika, Berufsausbildung, Studium und Arbeit in Deutschland zu geben. In einem weiteren Vortragsteil stellte Herr Kostov das Angebot der Arbeitsagentur vor. Die Liveübersetzung durch Dr. Mohammad Nassour, Aktiver des Netzwerks und Mitarbeiter des Comcenters, ins Arabische ermöglichte einem Großteil der Geflüchteten den Vorträgen zu folgen. Am Ende standen die offiziellen Gäste den Geflüchteten und ehrenamtlichen Unterstützern für Fragen zur Verfügung.

Im letzten Teil der Veranstaltung wurden in Zweiergesprächen und Kleingruppen gemeinsam mit Übersetzern und unter Zuhilfenahme von Übersetzungsapps erste Daten als Startpunkt einer Patenschaft ausgetauscht. Erstaunlich schnell und unkompliziert fanden sich Geflüchtete und UnterstützerInnen zusammen, sodass zügig 40 Erfassungsbögen ausgefüllt waren. Mit voraussichtlich ca. 30 neuen UnterstützerInnen kann die gemeinsame Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsstellen nun beginnen.

Das Material zur Veranstaltung kann unter folgendem Link heruntergelanden werden http://cern.ch/info-refugee-jobs.

Wer sich für eine Arbeitssuche-Patenschaft interessiert, kann sich per Email an asyl@loebtau.org wenden oder zu unserem Stammtisch vorbeikommen. Dieser findet jeden dritten Dienstag im Monat um 18 Uhr statt. (Ort und Zeit wird rechtzeitig unter der Rubrik Termine auf dieser Webseite bekannt gegeben.

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Gärtnern kann man auch ohne große Worte

Ein Bericht von Anne Bauer zu den gemeinschaftlichen Aktivitäten der AG Garten des Netzwerks „Willkommen in Löbtau“ und jungen Asylsuchenden.

Mittwoch Abend im Gemeinschaftsgarten „Bürgergarten Columbusstraße“: Gießkannen werden von der Wasserpumpe zu den Beeten getragen, auch zu dem kleinen Beet des Netzwerkes „Willkommen in Löbtau“. Dort wird gleichzeitig von mehreren Menschen unterschiedlicher Herkunft Unkraut
gejätet, Minze geerntet und nebenbei werden Erdbeeren genascht. Es gedeihen Kartoffeln und verschiedene Kräuter, Stangenbohnen und Tomaten. Währenddessen gehen Anwohner spazieren oder sonnen sich auf der Gartenbank, Kinder spielen und Hobbygärtner aus der Nachbarschaft kümmern sich liebevoll um ihre Pflanzen. Auf der seit Ende 2014 der Allgemeinheit zur Verfügung gestellten Fläche an der Ecke Columbusstraße/Baluschekstraße in Löbtau ist eine gemütliche Freifläche entstanden, auf dem sich jeder wohl fühlen kann, auch unsere neuen Nachbarn aus Syrien, Marokko, Tunesien, Libyen, Eritrea, Afghanistan oder dem Irak.

Mittwoch Abend im Garten eines Hinterhofes in Löbtau: Es herrscht ein buntes Treiben. Hier wird fruchtbare Erde gesiebt und von jahrelang angesammeltem Müll getrennt. Dort entsteht gerade im Rekordtempo ein neues Beet neben dem großen Walnussbaum. Hinten sitzt jemand zwischen Kürbisranken und zupft Unkraut. Die ersten Zucchini werden geerntet. Gerade wird frisch gebrühter Minztee eingeschenkt. Zwischen Tomaten, Bohnen, Gurken, Paprika und Auberginen schwirren Wörter in Deutsch, Englisch, Arabisch, Italienisch und Französisch. So werden ganz nebenbei auch Vokabeln über Pflanzen oder alltägliche Dinge ausgetauscht. Das klappt zwar nicht immer auf Anhieb, aber zur Not helfen kleine Zeichnungen oder einfach Taten. Dabei kommt es auf die Sprache gar nicht so sehr an, denn die meisten Gartentätigkeiten sind selbsterklärend. Gärtnern, Zeit sinnvoll verbringen, miteinander ins Gespräch kommen und dabei jede Menge Spaß haben – das verbindet die ehrenamtlichen Helfer des Netzwerkes und einige Bewohner aus dem Wohnheim an der Tharandter Straße oder anderen geflüchteten Menschen, die in der Umgebung eine neue oder vorübergehende Bleibe gefunden haben.

Seit Mai dieses Jahres wird auf dem Grundstück, das zu einer Kirchgemeinde gehört, zusammen gegärtnert. Das Gelände wird nach und nach gestaltet, bepflanzt und gepflegt. In enthusiastischer Handarbeit und mit größtenteils gespendeten Geräten wurden sechs Gemüsebeete angelegt und bepflanzt, eine Schaukel gebaut und ein kleines Sommerpicknick veranstaltet. Innerhalb weniger
Wochen ist so aus einem vernachlässigten Teilgrundstück ein gemütlicher Garten entstanden. Selbstgebaute Gartenmöbel aus recyceltem Holz kommen gerade hinzu, ebenso eine Rasenfläche, um nach getaner Arbeit auch im Garten entspannen zu können.

Alle Mitgärtner haben sichtbar Freude am gemeinsamen Schaffen. Die Geflüchteten sind froh über die Möglichkeit einer sinnvollen Beschäftigung im Grünen. Durch die Arbeit im Garten gelingt es dem einen oder anderen, seine Zukunftssorgen kurz zu vergessen. Trotz des ungewissen Inhaltes des nächsten amtlichen Briefes wird gepflanzt, gesät und auf eine gute Zukunft gehofft. Der Garten ist ein grüner Ort voller Wachstum, Schönheit, positiver Energie und Hoffnung.

Mittwoch Abend, auf dem Weg zurück nach Hause: Zwischen Löbtau und Gorbitz spielen auf einem Fußballplatz gerade Dresdener mit geflüchteten Jugendlichen zusammen Fußball. Eine Kurve weiter sitzen drei Kinder auf einem Spielplatz zusammen und reden, eines von ihnen wurde wahrscheinlich
nicht hier geboren. So könnte Integration auch aussehen. Und wenn schon keine Integration – denn viele geflüchtete Menschen sind auch auf der Durchreise – dann wenigstens Gastfreundschaft. Und Respekt.

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Sommerfest im Garten der Hoffnungskirche zum Ende des Ramadan

Während der Aufbauarbeiten regnete es noch etwas, sodass ein Teil des Festes vorsichtshalber nach drinnen verlegt wurde. Doch die Wolken hatten sich schnell wieder verzogen und ein wunderschöner, geselliger Abend konnte beginnen.

Am 18. Juli 2015 luden das Netzwerk „Willkommen in Löbtau“, die Kirchgemeinde „Frieden und Hoffnung“ und die Bewohnern der Asylunterkunft in der Tharandter Straße 8 zum interkulturellen Sommerfest ein. Nicht zufällig wurde dieses Datum ausgewählt, denn die Idee war, das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan gemeinsam in der Hoffungskirche zu feiern.

Wie bereichernd Vielfalt sein kann, davon konnte man sich bei dem in jeder Hinsicht bunten Fest überzeugen. Ein Beleg dafür war nicht nur das von allen Feiernden durch mitgebrachte vegetarische Speisen zusammengestellte Buffet. Insbesondere auch die bunte Mischung aus jungen und älteren Löbtauer Nachbarn, Asylsuchenden aus dem T8 und angrenzenden Stadtteilen, Gemeindemitgliedern der Hoffnungskirche und der Adventgemeinde, Netzwerkmitgliedern sowie weiteren ausländischen (z.B. aus Frankreich, Indien, Südamerika) und Dresdner Gästen und Mitbürgern trugen wesentlich zu dem gelungenen Abend bei. Trotz Ferien und Urlaubszeit verteilten sich so bis zu 150 Gäste auf Garten, Hof und den kleinen Kirchensaal.

Bunt war auch das Programm, an dessen Höhepunkt der Auftritt der Band BaranButz stand. Mit einer Mischung aus Balkan, Gypsy und Umza sorgten die sechs Musiker für prächtige Stimmung, die zum Tanzen und zur Polonaise einlud. Nebenbei präsentierte Bilder illustrierten außerdem, wie bunt und vielfältig die Welt ist. Wer sich nach dem guten Essen sportlich betätigen wollte, konnte im Garten in gemischten Teams Fußball, Basketball oder Tischtennis spielen. Auch die Versuche auf der Slackline Balance zu halten, waren nicht nur für die Kinder ein großer Spaß.

Gemeinsames Feiern ist immer eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Vornamensschilder aller Gäste erleichterten dabei häufig den Einstieg. Auch das eigens angefertigte Mini-Arabisch-Deutsch-Wörterbücher war hilfreich bei der Verständigung. Im Gespräch mit Geflüchteten ging es neben den Schwierigkeiten ihres Wohnheim- und Behördenalltags oft um den Wunsch nach Arbeit. Bis zu einem Job gibt es nach aktueller Gesetzeslage jedoch viele bürokratische Hürden, die selbst mit Unterstützung durch das Netzwerk oft nur schwierig zu meistern sind.

Mit Einbruch der Dunkelheit verlagerte sich das Fest dann gänzlich nach draußen. Dort brannte bereits das Lagerfeuer und der Teig zum Stockbrotbacken stand bereit. Zu einem stimmungsvollen Ausklang des Abends trug die Akkordeonmusik am Feuer ebenso bei, wie der farbenfroh illuminierte Kirchgarten.

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Team T8 beim Play Together Cup

Am 18. Juli 2015 fand der 2. Play Together Cup auf dem Fußballplatz der SpVgg Dresden-Löbtau 1893 e.V. an der Malterstrasse statt. Nachfolgend ein kurzer Bericht zur Teilnahme des Teams „T8″ von Peter Bogatikov und der AG Fußball. Informationen zum Turnier insgesamt sind hier nachzulesen.

Die Mannschaft bestand aus den Bewohnern des Wohnheims in der Tharandter Strasse 8 sowie Mitgliedern der AG Fußball des Netzwerkes „Willkommen in Löbtau“. Unter der Leitung von Manuel konnte sich das Team als Gruppensieger für das Viertelfinale qualifizieren, vor dem späteren Finalisten „Viva con Aqua“. Im Viertelfinale verlor aber das Team T8 unglücklich nach dem 9-Meter-Schießen gegen die Mannschaft von der Johannstädter Kontaktgruppe Asyl (KoGA). Am Ende belegten die Löbtauer den 6. Platz, vor allem durch eine starke Leistung in der Gruppenphase. Besonders geglänzt haben dabei unser Torwart Alaa sowie die Torschützen Mimun (2 Tore), Konne (4 Tore) und Wolf (1 Tor). Am Spielfeldrand wurden die T8ler von Mitgliedern der AG Fußball und des Netzwerkes betreut und unterstützt.

Bei dem Turnier traf man auch auf alte Bekannte. Die ehemaligen T8-Bewohner Shewan und Kawa sind für das Team „Buntes Leuben“ aufgelaufen. Auch einige Spieler des Teams KoGA kicken freitags mit der AG Fußball auf dem Platz in der Hebbelstrasse. Neben dem Wettkampf bot das Turnier die Möglichkeit, sich mit anderen Geflüchteten und Initiativen  auszutauschen und zu vernetzten – ganz nach dem Motto: „Come together and play together!“

Der Tag klang dann beim tollen Sommerfest des Netzwerks im Garten der Hoffungskirche aus. Hier gab es genügend Gelegenheit in entspannter Atmosphäre über gelungene Aktionen und vergebenen Chancen zu diskutieren und vielleicht schon einige Vorsätze für das nächste Turnier zu treffen.

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Netzwerk mit Geflüchteten bei „Dresden is(s)t bunt“

Dresden is(s)t bunt. Davon konnte sich jeder am 10. Juni 2015 eindrucksvoll überzeugen. Unter dem gleichnamigen Motto veranstaltete der Verein Dresden – Place to be! e.V. zusammen mit den Initiativen #WOD – Initiative weltoffenes Dresden und Dresden für Alle sowie vielen weiteren Partnern ein gelungenes Fest auf dem Altmarkt. An einer großen Tafel kamen mehrere tausend Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen, um bei mitgebrachten Speisen und strahlendem Sonnenschein zu feiern und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Auch das Netzwerk „Willkommen in Löbtau“ nahm zusammen mit Geflüchteten aus dem Übergangswohnheim Tharandter Straße 8 an diesem Gastmahl teil. Damit folgten sie einer Einladung der Mitarbeiter des Instituts für Kern- und Teilchenphysik unter der Leitung von Michael Kobel, an ihrem Tisch Platz zu nehmen.

Einige Mitglieder des Netzwerks starteten mit einer kleinen Gruppe Asylsuchender direkt am Wohnheim „T8″, um gemeinsam mit dem Fahrrad ins Stadtzentrum zu fahren. Im Laufe der Veranstaltung kamen dann weitere Geflüchtete und Aktive des Netzwerks dazu. Auch ehemalige „T8″-Bewohner aus Syrien, die zwar mittlerweile dezentral in der Südvorstadt untergebracht sind, aber weiterhin im Kontakt mit dem Netzwerk stehen, waren später mit dabei.

An der gemeinsamen Tafel konnte man es sich bei einem reichhaltigen Angebot selbstgemachter Speisen gut gehen lassen. Mediterraner Nudelsalat, Hummus, Guacamole und Käsespieße standen ebenso zur Auswahl wie Thunfisch-Reis-Salat, frische Erdbeeren und Erdbeer-Sahne-Schnitten. Die lockere Stimmung während des Essens bot eine ausgezeichnete Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Auf Deutsch, Englisch und Französisch wurde sich u.a. über Herkunft, Sprachkenntnisse oder Details zum gemeinschaftlichen Pizzabacken am nächsten Abend ausgetauscht.

Weiterhin nutzten die Netzwerkmitglieder aus unterschiedlichen Arbeitsgemeinschaften, z.B. aus den AGs Sprache/Kochen, Garten sowie Bildung und Jobs, die gemeinsame Mahlzeit, um sich gegenseitig über den aktuellen Stand ihrer Projekte zu informieren. Aber auch sehr ernste Themen waren Inhalt der Gespräche. Einer der Geflüchteten hatte gerade den Ablehnungsbescheid für seinen Asylantrag bekommen und suchte nun dringend Rat. Ein Mitglied des Netzwerks organisierte daraufhin umgehend einen gemeinsamen Besuch einer Rechtsberatung und versucht nun zusammen mit anderen Aktiven durch intensive Unterstützung des Asylsuchenden die drohende Abschiebung doch noch abzuwenden.

Nachfolgend gibt es ein paar Eindrücke von der gemeinsamen Tafel und dem bunten Treiben auf dem Altmarkt, bei dem nicht nur gegessen, geredet und gelacht sondern auch getrommelt, musiziert und getanzt wurde.

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Asylsuchende und Netzwerkmitglieder kicken als „Team T8“ bei Jorge-Gomondai-Gedenkturnier

Die antirassistische Faninitiative 1953international und der Verein für afrikanisch-europäische Verständigung AFROPA e.V. veranstalteten am 1. Mai 2015 von 13-18 Uhr ein Fußballturnier zur Erinnerung an Jorge Gomondai, der 1991 in Dresden Todesopfer eines fremdenfeindlichen Überfalls wurde.

Auch Asylsuchende aus dem Übergangswohnheim Tharandter Straße 8 nahmen zusammen mit Mitgliedern der AG Fußball des Netzwerks Willkommen in Löbtau an diesem Gedenkturnier teil. Als „Team T8“ traten sie auf dem Sportplatz von SSV Turbine Dresden e.V. bei strahlendem Sonnenschein gegen neun weitere Mannschaften an.

Aufgrund von Personalsorgen und ungewohnten Platzverhältnissen fand das „Team T8“ zunächst nur mühsam in das sehr gut organisierte Turnier. Die Mannschaft hat sich im Laufe der Zeit jedoch stetig gesteigert, sodass es nach vier verlorenen Spielen doch noch für ein Erfolgserlebnis reichte und das „Team AFROPA“ mit 3:1 besiegt werden konnte. Am Spielfeldrand gab es nicht nur interessierte Nachfragen zu den Hintergründen des Teamnamens sondern auch leidenschaftliche Unterstützung für die Mannschaft durch Mitglieder des Netzwerks.

Auch wenn der Nachmittag aus sportlicher Sicht eher ernüchternd war, so war es dennoch ein schönes Erlebnis. Neue Spieler wurden gut in die Mannschaft integriert und die Geflüchteten hatten Gelegenheit, Bekannte aus anderen Heimen zu treffen. Für die Teilnahme an weiteren Turnieren konnte außerdem ein Kontakt zum Verein AFROPA e.V. hergestellt werden.

Nach Veröffentlichung der Gesamtwertung für das Turnier durch die Veranstalter werden die Platzierungen an dieser Stelle veröffentlicht.

Team T8 beim Jorge-Gomondai-Gedenkturnier am 1. Mai 2015

Asylsuchende helfen bei Elbwiesenreinigung

Seit nunmehr zwanzig Jahren ruft die Stadt Dresden eine Woche vor Ostern zur gemeinsamen Reinigung der Elbwiesen auf. Dem diesjährigen Aufruf folgten nach Angaben der Organisatoren ca. 1300 Freiwillige, um auf einer Strecke von etwa 30 Kilometern rund elf Tonnen Abfälle einzusammeln. Auch Asylsuchende aus dem Übergangswohnheim Tharandter Straße 8 haben sich zusammen mit Mitgliedern des Netzwerks “Willkommen in Löbtau” an der stadtweiten Aktion beteiligt.

Gemeinsam ging es mit dem Fahrrad zu einem der offiziellen Treffpunkte an der Marienbrücke. Ausgestattet mit Müllsäcken und Arbeitshandschuhen wurden dann die Wiesen links der Elbe in der Nähe des Messegeländes von allerlei Unrat befreit: Plastiktüten, Zigarettenstummel, Drähte, Glasflaschen sowie sonstiger Müll und Schwemmgut waren dabei.

“Während der zweistündigen Reinigungsaktion haben wir viele Helfer getroffen, mit denen wir auch gelegentlich ins Gespräch kamen.”, berichten Cora Grass und Kristina Hoffmann vom Netzwerk “Willkommen in Löbtau”. “Wir unterhielten uns gemischt auf Deutsch und Spanisch sowie mit Händen und Füßen über die deutsche Ordnung und die schöne Stadt Dresden. Mit Mimon ait Hadad aus Marokko und Joan Fattah aus Syrien sprachen wir über ihre Familien, das Fußball spielen am Freitagnachmittag und viele andere Themen. Dabei haben wir alle neue Vokabeln gelernt, insbesondere auch arabische.”

Ein kleines Picknick auf der Elbwiese sorgte nach getaner Arbeit für Entspannung. Zum Abschluss gab es von den Organisatoren noch einen kleinen Imbiss als Dankeschön. Danach ging es mit dem Rad wieder zurück zum Wohnheim. “Wir hatten viel Spaß und konnten alle Dresden noch einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen.”, fassen Cora Grass und Kristina Hoffmann den Vormittag zusammen.

Ehrenamtliche Arbeit ist praktisch die einzige Möglichkeit für Asylsuchende, sich zu betätigen. In Gesprächen äußern die Geflüchteten immer wieder den Wunsch, arbeiten zu dürfen, um selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nach aktueller Gesetzeslage ist eine Anstellung von Asylsuchenden jedoch mit derart hohen Hürden verbunden, dass es in der Praxis de facto nicht möglich ist.

Elbwiesenreiniger bei der Arbeit Elbwiesenreiniger bei der Arbeit

Fußball am Freitagnachmittag

Fußball ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, Menschen zusammen zu bringen. Das dachte sich auch das Netzwerk “Willkommen in Löbtau” und lädt daher seit Mitte Februar die Bewohner des Übergangswohnheims Tharandter Straße 8 jeden Freitag um 15 Uhr zum gemeinsamen Fußball spielen ein. Diese Einladung wird sehr gern angenommen, sodass sich stets zwischen 15 und 30 Asylsuchende beteiligen.

“Es macht großen Spaß und ist eine hervorragende Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen.”, erzählt Konrad Ehelebe, der Initiator der Aktion. “Einige Asylsuchende sind sehr fußballbegeistert, ein Teil von ihnen hat schon seit Jahren nicht mehr gespielt.”, berichtet Konrad Ehelebe weiter. “Erschöpft aber freudestrahlend geht es meist nach zwei Stunden wieder zurück zum Wohnheim.”

Für die bisherigen Fußballnachmittage wurden die öffentlichen Sportplätze in der näheren Umgebung genutzt. “Da diese oft schon belegt sind, spielen dann einfach alle zusammen: Geflüchtete, Kinder und Jugendliche aus Löbtau sowie Mitglieder des Netzwerks.”, freut sich Konrad Ehelebe über die bunte Mischung. An einem festen Spielort für den wöchentlichen Termin wird derzeit intensiv gearbeitet.

Im Folgenden ein paar Eindrücke vom gemeinsamen Kicken.

Fußball am Freitagnachmittag Fußball am Freitagnachmittag Fußball am Freitagnachmittag Fußball am Freitagnachmittag

Kochabend mit Geflüchteten in der Adventgemeinde

Am 12. März 2015 fand ein Kochabend im Gemeinderaum der Adventgemeinde Dresden-West auf der Poststraße statt. Treffpunkt für die gemeinsame Aktion von Geflüchteten und Mitgliedern des Netzwerks “Willkommen in Löbtau” war zunächst das Übergangswohnheim “T8″. Erst einmal ging es zur nahegelegenen Löbtau-Passage, um zusammen die Zutaten für den arabisch-deutschen Kochabend einzukaufen.

Im Anschluss wurde kräftig geschnippelt, frittiert und gekocht, bis der durch den Dampf ausgelöste Feueralarm für eine kurze, schrille Unterbrechung sorgte. Tischtennis spielen, Kickern und arabisch-deutsches Memory boten Gelegenheit für weitere Abwechslung und etwas Erholung vom “harten” Kochalltag. Ein bereitliegender Atlas ermöglichte außerdem Gespräche über die Heimat der T8-Bewohner.

Da die Teilnehmerzahl im Laufe des Abends von 14 auf 30 anstieg, mussten zusätzliche Tische aufgebaut werden. Auf der Speisekarte standen Hummus, Falafel, Hühnchen mit Minze, Nudeln, Reis und Tomatensuppe. Nachdem auch der letzte Magen durch eine eilig beschaffte Notportion Nudeln mit Tomatensoße gefüllt war, wurde noch aufgeräumt und abgewaschen. Es wurde viel gelacht, gekickert und die ein oder andere Vokabel ausgetauscht.

Zubereitung der Falafel Das Resultat des gemeinsamen Kochens Essen in großer Runde Zur Abwechslung ein Kickermatch