„Ausgrenzen – Aussondern – Ermorden“ – Die Texte des Mahngang Täterspuren

Mahngang 2016 FlyerEröffnungsmoderation

In diesem Jahr setzt sich der Mahngang „Täterspuren“ mit Verbrechen des faschistischen Deutschlands auseinander, bei denen Adolf Hitler seinen eigenen Erlass für die Durchführung dieser Verbrechen vom 01.09.1939 im August 1941 widerruft. Er tat das aufgrund massiver Proteste insbesondere des Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen und weil er befürchtete, dass diese dem Ruf Deutschlands schaden könnten. Nicht, dass er die Verbrechen ablehnte, nein, er wollte der Feindpropaganda keinen Anlass liefern.

Trotz des Widerrufs gingen die heute thematisierten Verbrechen dezentral mit unverminderter Heftigkeit weiter. Bis Kriegsende fielen diesen rund 200.000 Menschen zum Opfer.

Welche Verbrechen meinen wir?

Es geht um eine von namentlich ermächtigten Ärzten vorgenommene Auswahl von Menschen, die als unnütze Esser bezeichnet bzw. als Schädlinge des deutschen Volkskörper betrachtet wurden. Damit waren Geisteskranke, als unheilbar krank eingestufte Menschen, aber auch Menschen, die nicht „deutschen oder artverwandten Blutes“ waren, gemeint. In die Geschichte ist dieses Verbrechen unter dem Namen „Euthanasie“ eingegangen. Diese Menschen wurden staatlich organisiert zwangssterilisiert oder ermordet. Dabei hat sich Sachsen besonders hervorgetan.

Wir können angesichts der aktuellen Hetze gegen Flüchtlinge, den Brandstiftungen in Asylunterkünften, den Angriffen auf Flüchtlinge oder Menschen, die „Anders“ aussehen und angesichts der Morddrohungen gegen Menschen, die sich für Flüchtlinge einsetzen, nicht schweigen.

Wie wenden uns gegen jegliche Art von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Wir zeigen heute, zu welchen Verbrechen diese führt!

1 Wurzeln des Rassismus

Mit der wachsenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert betrat auch im damaligen Deutschland eine neue gesellschaftlich Klasse die Bühne der Geschichte. Die Arbeiterklasse. Die Arbeiter waren zwar persönlich frei, im Gegensatz zu den Leibeigenen in der Geschichtsepoche zuvor. Aber sie waren in der Regel auch frei von persönlichem Eigentum. Deshalb konnten sie sich nicht, wie die Handwerker in den Städten, selbständig machen und auf eigene Rechnung produzieren.

EILT ++ EILT ++ MOBI-AUFRUF 12. FEBRUAR ++ EILT ++ EILT

Über verschiedene Kanäle wurde seit gestern an uns herangetragen (und mittlerweile ja auch von der Stadt bestätigt), dass es eine Nazi-Anmeldung durch NPD-Funktionär Renè Despang für morgen Abend gibt. Mobilisiert wird zum Haltepunkt Dobritz; Ziel der Route liegt in Nickern - und dort gibt es nur einen sinnvollen Anlaufsort: den Gedenkstein für die Opfer des 13. Februar, der sich mit den Worten "Den Opfern des anglo-amerikanischen Bombenterrors" sich Mühe gibt, geschichtliche Nuancen in das deutschtümelnde Herumgeopfere zu bringen.

Nicht mit uns! Keinen Fußbreit den Nazis, keinen Abend ungestörter Dresden-Opfermythos!

Wir rufen alle Menschen auf, sich mit uns den Nazis und ihrer geschichtsrevisionistischen Agenda in den Weg zu stellen.

Wann: Morgen 18:00 Uhr
Wo: Wir mobilisieren zum Park-and-Ride-Parkplatz an der Gleisschleife Langer Weg, Ecke Dohnaer Straße. Damit sollten wir flexibel auf mögliche Demo-Verläufe der Nazis reagieren können und. Anreise kann mit der StraBa 9 und 13 und die Buslinie 66 erfolgen.
Wer: DD_NF und alle Menschen, die keine Lust auf Nazis, deren Demos oder die unreflektierte Dresdner Gedenkkultur haben. Es werden Menschen vor Ort sein, die für Spontananmeldungen zur Verfügung stehen.

 

Und jetzt: TEILEN, TEILEN, TEILEN!!! Wir haben einen Tag, um so viele Menschen zu mobilisieren, dass wir den Nasen gehörig die Lust am Herumopfern versauen. Let's make it count!

 

Wir aktualisieren diesen Post ständig, sobald neue/weitere Infos verfügbar werden.

Mahngang Täterspuren 2016

Mahngang 2016 Flyer2016 widmet sich der Mahngang dem Thema Euthanasie. Dabei wurden die Befugnisse namentlich ermächtigter Ärzte so erweitert, dass nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranke bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustands der „Gnadentod“ gewährt werden konnte.

Die so ausgewählten Menschen wurden als unnütze Esser angesehen und sollten den „deutschen Volkskörper“ nicht beeinträchtigen. Damit waren Menschen mit psychischen und geistigen Beeinträchtigungen, als unheilbar krank eingestufte Menschen, aber auch Menschen, die nicht „deutschen oder artverwandten Blutes“ waren, gemeint.

Bis Kriegsende wurden etwa 200.000 Menschen ermordet.

 

Ort: Ecke Strehlener Straße / Fritz-Löffler-Straße

Zeit: 13. Februar 2016, 14:30 Uhr

„Ausgrenzen – Aussondern – Ermorden“

Ttrsprn plkt 2016Auftaktveranstaltung: Podiumsdiskussion

Der Mahngang Täterspuren 2016 rückt näher. Auch in diesem Jahr werden wir am 13. Februar wieder mit Euch gegen Geschichtsklitterung eintreten und dem Dresdner Opfermythos unsere eigene Veranstaltung entgegen stellen.

Doch warum hält sich der Opfermythos überhaupt so lange? Wieso ist es wichtig, dass auch 70 Jahre nach Kriegsende den Spuren der Täter nachgespürt wird? Hat sich durch den Mahngang der Diskurs in der Stadt nachhaltig verändert?

Zu diesen und anderen Fragen veranstalten wir am 5. Februar um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Uwe Hirschfeld von der EHS Dresden, Hagen Markwardt, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein (angefragt) sowie Vertreter_innen der Dresdner Zivilgesellschaft.

Da ganze findet in der EHS Dresden (Kleiner Hörsaal in Seminarraum 3.215) statt - und Ihr seid alle herzlich eigeladen!

Nach der Konferenz ist vor viel Arbeit

Gestern Abend ging unsere Strategiekonferenz zu Ende. Naturgemäß kommt hier erst mal nur ein erstes kurzes Fazit, dem in den nächsten Tagen und Wochen eine ausführliche Auswertung folgen wird.

An beiden Tagen beteiligten sich jeweils ca. 150 Menschen an der Konferenz, was weniger ist, als sich im Vorfeld bei uns angemeldet hatten. Insbesondere Sportvereine, Hilfsorganisationen oder Lobbyvereine sind unserer Einladung nicht gefolgt.

Andererseits haben wir in den Diskussionen und Workshops eine tiefgreifende Analyse von PEGIDA und der Gegenproteste gewonnen, als auch neue Ideen und Vernetzungen für einen effektiven Gegenprotest. Vertreter_innen aller NoPegida-Bewegungen haben sich aktiv auf der Konferenz eingebracht und mit uns in den Workshops und Gesamtplena diskutiert. Die von uns mit der Konferenz verbundenen Ziele sind daher dennoch erreicht.

Wir beginnen jetzt – mit diesem Kurzfazit – mit dem Prozess der Auswertung, der natürlich eine Weile dauern wird. Erste Erkenntnisse können wir jedoch schon benennen: Gegenprotest muss größeren Fokus auf die gesellschaftlichen Ursachen legen, die den Zulauf zu PEGIDA erst ermöglichen. PEGIDA findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern ist Konsequenz einer bestimmten (sächsischen) Realität und hat ihrerseits wiederum Auswirkungen auf diese. Dies müssen wir künftig stärker in den Mittelpunkt rücken und eigene politische Inhalte mit dem Protest gegen PEGIDA verbinden. Auch wurde sehr deutlich, dass die (Öffentlichkeits-)arbeit der NoPegida-Bewegung noch sehr viel besser untereinander abgestimmt werden muss. Und natürlich müssen wir auch die vielen Einzelideen und ersten Überlegungen sammeln, koordinieren, bei Bedarf und Wunsch auch unterstützen usw., die im Laufe der Workshops und Plena genannt und diskutiert wurden.

Das klingt nach einer arbeitsreichen Zukunft - was mal wieder das alte Sprichwort bewahrheitet: Antifaschismus bleibt Handarbeit!

Strategiekonferenz – Ablaufplan für Freitag und Samstag

Hier noch mal alles Wichtige zur Strategiekonferenz:

Ort:
Hörsaalzentrum der TU Dresden (Bergstraße 64; 01069 Dresden)
Anmeldung: Hier via Online-Formular

 

Freitag, 15.01.2016

17:30 Anmeldung
18:00 Begrüßung
18:20 Vortrag: Gegenprotest gegen Pegida – Eine Bestandaufnahme
18:50 Vortrag: PEGIDA – Eine ethnologische Analyse
19:50 "Murmelrunden" (Diskussion der Vorträge in Klein[st]gruppen)
20:20 Zusammenfassung im Plenum
21:30 Schluss

 

Samstag, 16.01.2016

09:00 Anmeldung
09:30 Begrüßung und Rekapitulation des vergangenen Abends
10:00 Workshop Phase I: „Problemanalyse“
12:00 Mittagspause und Ergebnisaustausch
14:00 Workshop Phase II: „Entwickeln von neuen Lösungen“
16:30 Vortrag ne rassisme
17:30 Abschlussplenum:  Darstellung und Zusammenfassung der Ergebnisse der Workshops. Anschließend Diskussion.
20:15 Lesung: „Die besorgten Bürger“ (Michael Bittner)
21:00 Verabschiedung


Informationen für Journalist_innen

Journalist_innen, die nicht als Teilnehmer_innen, sondern berichtend an der Konferenz teilnehmen, melden sich vorher am Info-Point im Eingangsbereich unter Vorlage eines gültigen Presseausweises an. Für Bild- und Tonaufnahmen gelten nur folgende Zeiten: Freitag zu Beginn der Konferenz (18 Uhr) bis 10 Minuten nach der Eröffnung. Samstag 9 Uhr zu Beginn, ebenfalls für 10 Minuten. Samstag zum Ende der Konferenz (gegen 21 Uhr) für erste Bilanzstatements. Zu den angebenen Zeiten wird Ihnen ein_e Ansprechpartner_in für Einzelinterviews und Fragen zur Verfügung stehen. Zu allen anderen Zeiten können Sie gern an der Konferenz beobachtend teilnehmen, wir bitten aber darum, die Workshops nicht durch ständiges Kommen und Gehen zu stören, sondern dann auch in langen Abschnitten an den Workshops teilzunehmen.

Jetzt für die erfolgreiche Durchführung der Konferenz spenden!

Wie kann effektiver und langfristig wirksamer Protest gegen PEGIDA aussehen? In mehr als zwölf Workshops werden wir uns am 15.01. - 16.01. damit beschäftigen. Notwendiges Fundament einer Lösungssuche: Eine Verortung von PEGIDA innerhalb des gegenwärtigen Anwachsens rechter und rechtspopulistischer Bewegungen in Deutschland allgemein.

Bitte Unterstützt diese Veranstaltung mit eurer Spende:

Empfänger: Bund der Antifaschisten e.V.
IBAN: DE33850950047431721010
BIC: GENODEF1MEI
Volksbank-Raiffeisenbank Meißen
Verwendungszweck: Strategiekonferenz

Anmeldeformular für die Strategiekonferenz

Ab jetzt könnt ihr euch zur Strategiekonferenz von Dresden Nazifrei anmelden. Das Anmeldeformular findet ihr hier.

 

Von der Veranstaltung ausgeschlossen sind Personen, die neonazistischen Parteien oder Organisationen angehören , der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Das subjektive Bedrohungsgefühl kann dieses Kriterium erfüllen.

Aktuelle Infos zum heutigen Versammlungsgeschehen

Update, 15:20 Uhr: Pegida hat eine Niederlage vor dem Verwaltungsgericht Dresden erlitten und mobilisiert nun selbst zum Königsufer!

 

Ursprungsmeldung: Heute wollen wir mit euch ein starkes Zeichen gegen Rassismus und für Weltoffenheit setzen. Wir wollen laut, kreativ und bunt für ein Dresden einstehen, in dem "Weltoffenheit" mehr ist als nur ein Wort mit 13 Buchstaben. Dazu brauchen wir viele Menschen, die mit uns auf die Straße gehen. Nur: Wo positioniert man sich am besten?

Bis auf Weiteres gilt, dass die Versammlungsbehörde PEGIDA ans Königsufer geschickt hat. Lutz Bachmann hat dagegen eigener Aussage nach Widerspruch eingelegt. Hier sind die Entscheidungen der Gerichte abzuwarten, die am heutigen Tag erfolgen. Zudem haben diverse Hooligan- und Nazistrukturen zu direkten Aufzügen durch die Neustadt aufgerufen. Inwiefern diese Aufrufe mehr sind als nur tumbes Herumgetöne, ist im Moment nicht abzusehen. Wenn ihr euch in der Neustadt bewegt, haltet also die Augen offen und informiert im Fall des Falles rechtzeitig eure Freunde, Mitbewohner und Nachbarn über Nazigruppen im Viertel! Insgesamt gilt, dass die Lage sich gerade am Montag noch kurzfristig ändern kann. Wir informieren euch dann umgehend, behaltet daher unsere Infokanäle im Blick. Neben unserer Facebook-Seite sind das:
http://twitter.com/dd_nazifrei
https://twitter.com/herzstatthetze
https://twitter.com/antifa_dresden
https://twitter.com/streetcoverage

Der Hashtag lautet #DD2112.

Wenn ihr Ärger mit der Polizei habt, oder mitbekommt wie Menschen in Gewahrsam genommen werden: den Ermittlungsausschuss erreicht ihr unter 0351 899 60 456. Wichtig: Der EA ist kein Infotelefon!

Vor diesem Hintergrund gibt es aktuell drei Anlaufpunkte für ‪#‎DD2112‬:

Derzeit mobilisieren wir schwerpunktmäßig zum Schlesischen Platz, dem Vorplatz des Bahnhofs Neustadt. Dies wird für uns Heute voraussichtlich der wichtigste Mobipunkt sein. Denn Pegida musste nicht nur den Theaterplatz aufgeben, ihnen wurde per Auflagenbescheid auch der Schlesische Platz verwehrt, von wo aus sie sich "die Neustadt holen" wollten. Stattdessen findet dort eine antifaschistische Kundgebung statt - für eine solidarische Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt sind. Der Bahnhofsvorplatz bildet zudem ein Verkehrstor zur Neustadt. Es werden u. A. Menschen aus Leipzig anreisen, so dass der Bahnhof Neustadt auch als sicherer Ankunfts- und Abfahrtsort von Bedeutung ist. Gemeinsam gilt es, deutlich zu machen, dass der Schlesische Platz weder am 21.12. ein Sammelplatz für Rassist_innen ist, noch je einer werden wird!

FB-Event: https://www.facebook.com/events/1675177449392743/

Weiterhin bestehen bleibt auch unsere Anmeldung auf dem Alaunplatz, um kurzfristig auf Entwicklungen in der Neustadt reagieren zu können und den Menschen einen sicheren Anlaufpunkt bieten zu können.

FB-Event hier: https://www.facebook.com/events/1679947418929709/

Auf dem Theaterplatz ist natürlich auch einiges los und es mobilisieren viele größere Akteuere, u.a. die TU Dresden und Dresden für alle hierhin. Unsere Freunde von Herz statt Hetze haben Pegida an diesem Tag ihren lieb gewordenen Platz genommen und Pegida damit ganz gut aus dem Tritt gebracht. Nun gilt, es die Aktion Theater. Platz. Nehmen. Herz statt Hetze. mit Leben zu füllen. Ein bunter Theaterplatz wird morgen wichtig sein.

FB-Event: https://www.facebook.com/events/1525246254460249/

Wo auch immer ihr hingeht: Seid laut, seid bunt, seid viele, bildet Bezugsgruppen! Sobald es Updates gibt, informieren wir - stay tuned!

+++ Update +++ Update +++ Update +++

Um exakt 12:37 Uhr ist der Bescheid bei uns eingegangen.

Wichtigste Punkte:

  • Unser Aufzug wird untersagt.
  • Eine Kundgebung am Alaunplatz wird genehmigt.
  • Begründet wird dies mit den Ausschreitungen in Leipzig am 12.12., in Dresden am 19.10. und weiteren Daten: 13.02.2010, 19.02.2011, 13.02.2013 ...

Kurz: Die Versammlungsbehörde kriminalisiert weiterhin antifaschistischen Protest und stuft ihn als strafbare Handlung ein. Und sie macht uns sogar für Dinge verantwortlich, an denen wir de facto nicht beteiligt waren. Die Kirsche auf der Sahnehaube: Obwohl, zum Beispiel durch die ausführliche Dokumentation von "Herz statt Hetze" widerlegt, macht man uns für Ausschreitungen von Pegidiot_innen am 19.10. verantwortlich. Begründung: Viele Pegida-Teilnehmer_innen hätten sich im Nachgang bei der Versammlungsbehörde über Angriffe beschwert. Aha.