Osterwanderung in der Dresdner Heide

Insgesamt 19 Mitwanderer aus Iran, Irak, Marokko, Syrien, Deutschland waren es, die am Ostersamstag erwartungsfroh zu einer gemeinsamen Osterwanderung zum Bahnhof nach Klotzsche kamen. Auf den breiten Wegen durch die Dresdner Heide ging es über die Hofewiese und Heidemühle bis zum Ziel am Weißen Adler.

Unsere Wandergruppe in der Dresdner Heide

Alle angesagten und auf dem Regenradar angezeigten Wolken gingen (fast) spurlos an uns vorbei. Unterwegs hatte der Osterhase kleine Kollegen aus Schokolade versteckt. Dazu begeisterte die Natur mit den vielen verschiedenen Grün-Schattierungen und Frühlingsblühern. Dass die Idee recht kurzfristig war, dass wenige Tage vorher unsere Doodle-Liste recht übersichtlich war, dass der Wetterbericht den schlechtesten Ostertag von einem durchwachsenen Wochenende angekündigt hatte? All das hatten wir vergessen, als wir glücklich und geschafft in Bühlau in die Straßenbahn zurück in das Stadtzentrum einsteigen konnten.

Wichtig waren die unterschiedlichen Gespräche, die man mit z.T. noch nicht bekannten Mitmenschen führen konnte. Aber auch mit „unseren Patenkindern“ redeten wir mal nicht über die alltäglichen Probleme wie Jobcenter, Deutschkurs oder Berufsplanung – sondern über die lauten Singvögel in den Bäumen oder die verschiedenen Erlebnisse in den letzten Jahren. Der große Tenor: Es war sehr schön und wir sollten es wieder/ öfter machen.

„Willkommen in Löbtau“-Fußballgruppe: Freudschaftsspiel gegen SG Gittersee

Die Fußballgruppe des Nachbarschaftsnetzwerks „Willkommen in Löbtau“ war am Dienstag zu Gast in Gittersee. Denn der dort ansässige Fußballverein – die SG Gittersee – hatte  zu einem Freundschaftsspiel geladen. Zweck des Spiels war einerseits ein Formtest für den Gastgeber, der in der Stadtliga C antritt. Anderseits wollte der Verein durch das Spiel herausfinden, ob in dem Team von „Willkommen in Löbtau“ Spieler sind, die die Mannschaft der Gitterseer verstärken könnten.

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Für einige der Geflüchteten, von denen manche seit knapp anderthalb Jahren zum freitäglichen Fußballspiel des Netzwerkes kommen, war es das erste Spiel auf einem Großfeld. Auch deshalb gab es vor dem Spiel vom Coach Manuel klare Anweisungen zum Spielsystem (4-2-3-1) und wie das Spiel allgemein angegangen werden sollte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einem schnellen Kontergegentor wurden diese auch sehr gut umgesetzt. Der Gegner wurde früh im Spielaufbau gestört und die schnelle Offensive, mit Safuan, Kahled, Kawa, und Mohammed G. machten den heimischen Verteidigern das Leben schwer. Vor allem der wuselige Safuan war sehr agil und konnte 3 Tore erzielen. Auch die Abwehr um Kapitän Kamal, Bedel, Kahlid und Najib spielte sehr diszipliniert und trotz deutlicher Größennachteile zweikampfstark. Im Mittelfeld zogen Ibrahim und Mohammed S. gut die Fäden und konnten durch ihre Schnelligkeit einige Lücken stopfen. Auch Torwart Zaid zeigte nach anfänglichen Eingewöhnungsproblemen eine solide Leistung. Einzig bei Eckbällen hatte die Weltauswahl so ihre Probleme und so ging es mit einem 3:3 in die Kabine. Die Befürchtungen einer deutlichen Niederlage durch taktische Überlegenheit der erfahrenen Gegner waren also zerschlagen und alle zufrieden mit dem Spielstand.

Nach einer weiteren Taktikunterweisung des italienischen Meistercoaches ging es wieder hinaus auf den nun flutlichterhellten Ascheplatz. Die Löbtauer spielten weiter konsequent und zeigten kaum Konditionsschwächen, so dass der Gegner von Anfang an stark unter Druck gesetzt werden konnte. Zwei Tore durch die zwei Brüder Kahled und Mohammed S. (ein viel umjubeltes Kopfballtor nach einer Ecke) gelangen den Löbtauern in dem intensiven Spiel noch, so dass am Ende ein vollkommen unerwarteter 6:4 Sieg zu Buche stand.

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Heimcoach Christian Fleischhauer, der das Begegnungsspiel initiiert hatte, zeigte sich nach dem Spiel hocherfreut und lud einige unserer Spieler sogleich zum Training nach Gittersee ein. Die AG Fußball setzt seit einiger Zeit einen Fokus ihrer Arbeit darauf, Geflüchtete in Fußballvereine einzubinden und somit einen praktischen Beitrag zur Integration dieser zu leisten. Wir freuen uns daher sehr, dass nach Abshir, Dalil, die auf Vermittlung unseres Coaches Manu bereits bei der SG Dölzschen mittrainieren, nun noch weitere Spieler den Weg zu einem Dresdner Fußballverein finden. Ein großes Dankeschön geht an die SG Gittersee und Trainer Christian Fleischhauer für die Möglichkeit des Testspiels und den netten Empfang im Dresdner Süden.

Wieder in Fahrt: 50 ausrangierte Mieträder der Bahn gehen an Geflüchtete

Der Leiter des Bahnhofsmanagements Dresden, Heiko Klaffenbach, übergab die Räder am Freitag am Hauptbahnhof. Alle roten Flitzer sind verkehrssicher, einsatzbereit und – geputzt! Das Netzwerk Willkommen in Löbtau freut sich über die Spende, die neuen Drahtesel sind schon alle fest verplant.

Das Netzwerk Willkommen in Löbtau hat am Freitag 50 gespendete Fahrräder entgegengenommen, die

Die Bahn Bikes in den Katakomben des Hauptbahnhofs

Die Bahn Bikes in den Katakomben des Hauptbahnhofs

für geflüchtete Menschen bestimmt sind. Dabei handelt es sich um ausrangierte Mieträder der Deutschen Bahn. Gemeinsam verluden Ehrenamtler des Netzwerks und Mitarbeiter der Bahn am

Morgen die Drahtesel. „Fahrräder sind wichtig, denn wie wir alle sind geflüchtete Menschen in der ganzen Stadt unterwegs, um Freunde zu besuchen, aufs Amt oder zur Schule zu gehen“, erklärt Frederik Kuschewski, Pressesprecher und Leiter der AG Fahrrad vom Netzwerk Willkomen in Löbtau. „Mit dem Fahrrad ist man unabhängig und kostenlos mobil, zudem macht Radfahren einfach Spaß!“

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Heiko Klaffenbach vom Bahnhofsmanagement (links) übergibt die Räder an das Netzwerk.

Die Spende kommt keinen Tag zu spät, die 50 Räder sind bereits alle verplant. Ein Teil der Räder geht an Geflüchtete in Rossendorf. „Für die Menschen dort sind es mehrere Kilometer bis zum nächsten Supermarkt“, sagt Kuschewski. Weitere Fahrräder gehen an die Heimleitung der Übergangswohnheime auf der Tharandter Straße in Löbtau und in die Podemusstraße in Stetzsch. Bei der Heimleitung können sich Asylsuchende dann bei Bedarf eines der Räder ausleihen.

Vor einem Jahr stellte die Deutsche Bahn die Fahrradvermietung am Dresdner Hauptbahnhof ein – seitdem standen die roten Räder im Keller. Ab heute kommen sie wieder in Fahrt. Den Kontakt zwischen dem Löbtauer Netzwerk und der Bahn hat Jost Beckmann vermittelt. Er ist Marketingleiter bei DB Regio und aktuell im Sabbatical. „Das ist eine Phase, wo ich mir gesagt habe: Jetzt kann man mal etwas tun, statt immer nur zu reden.“