Willkommen in Löbtau e.V. bei Dresden is(s)t bunt – ein Gastmahl für alle

Dresden isst bunt 2018

 

Bereits zum dritten Mal war ganz Dresden eingeladen, sich am „Gastmahl für alle“ bei der Veranstaltung Dresden is(s)t bunt zu beteiligen. Auch Willkommen in Löbtau e.V. folgte erneut dem Aufruf: am 19.06.2018 ab 17 Uhr gesellten wir uns an die lange Tafel um gemeinsam zu essen, trinken, spielen und uns auszutauschen.

 

Dresden isst bunt 2018 Musik

 

Neben unserem Verein waren zahlreiche weitere Vereine, Institutionen und Politiker*innen an den 250 Tischen vertreten. Das gemeinsame Essen wurde von einem breitgefächerten Unterhaltungsprogramm begleitet – hier durfte jede*r mitmachen.

 

 

Den musikalischen Auftakt zum Gastmahl 2018 machten die Musaik-Kinder des Vereins Musaik e.V. Zu den weiteren Highlights des Programms zählten unter anderem der Beitrag von Sängerinnen und Sängern der Staatsoperette Dresden, die mit beliebten und bekannten Opern- und Operettenhits die Gäste am Staatsoperetten-Tisch unterhielten und nebenbei sogar ihre Kochkünste unter Beweis stellten.

An unserem Tisch von Willkommen in Löbtau konnten Interessierte das deutsch-arabische Integrationsspiel Paraaby ausprobieren oder sich bei einem Tisch-Kicker in ihren händischen Fußballkünsten messen.

Dresden isst bunt 2018 Essen

 

Wir bedanken uns herzlich bei Dresden Respekt und der Cellex Stiftung für die Einladung und freuen uns bereits auch im kommenden Jahr wieder dabei zu sein!

Weitere Bilder und Eindrücke zu dem Abend findet ihr bei den Dresdner Neuste Nachrichten

Kino statt Kochabend! Cinelokal war zu Gast bei der AG Kochen

Jede Woche Donnerstagabend treffen sich Altlöbtauer, Neulöbtauer und Andere aus Dresden und Umgebung in den ausgebauten Kellerräumen der Adventgemeinde in der Poststraße, um gemeinsam zu kochen und zu essen.

Doch vergangenen Donnerstagabend, am 05.04.2018, wurden ausnahmsweise einmal nicht gemeinsam die Kochlöffel geschwungen. Stattdessen war das Projekt Cinelokal des Vereins Cinedivers e.V. mit dem Film „The Infidel“ (Deutscher Titel: „Alles koscher“) bei uns zu Gast.

„The Infidel“ ist eine britische Komödie mit viel schwarzem Humor aus dem Jahr 2010. Sie handelt von einem britischen Muslim, der eine Identitätskrise durchmacht, als er erfährt, dass er als Kind in einer jüdischen Familie geboren und dann adoptiert wurde (für alle Neugierigen, hier gibt’s den Trailer auf Englisch).

Begrüßung zum Kinoabend

 

Rund 40 Personen folgten unserer gemeinsamen Einladung in die Adventgemeinde. Gemeinsam verbrachten wir einen unterhaltsamen Abend, bei dem das Bauchmuskeltraining nicht zu kurz kam. Um Verständigungsschwierigkeiten vorzubeugen, wurde der Film auf Deutsch mit arabischen Untertiteln gezeigt.

 

 

Austausch nach dem Film The Infidel

Bei anschließendem Tee & Snacks führte der Inhalt des Films zu angeregtem Austausch zwischen allen Besucherinnen und Besuchern. Gemeinsam konnten wir erleben, dass Kino nicht nur Menschen verbindet, sondern auch zwischen verschiedenen Kulturen und Lebenswegen vermittelt. Cinelokal selbst vertritt deswegen auch den Anspruch, dass Kino Leben verändern kann.

Sowohl für Cinelokal als auch für Willkommen in Löbtau e.V. war es ein gelungener Abend und wir freuen uns auf eine hoffentlich baldige Fortsetzung!

Bei schönem Wetter kann jeder feiern

Als wir uns am ersten Sonnabend im Febraur zu unserem Winterspaziergang am Goldenen Reiter trafen, war es zwar kalt, aber zuweilen schien noch die Sonne. Während die Ur-Dresdner fast vollständig erschienen, musste mancher von unseren betreuten Flüchtlingen erst überredet werden, die Bettdecke zurückzuschlagen oder die Wasserpfeife wegzulegen. Am Ende waren es aber fast genau 40 Personen, die mit uns zum Blauen Wunder spazierten und dort ein Picknick am Lagerfeuer genossen.
Dank einer befreundeten Familie, die mit ihrem Patenkind (ü35) extra aus dem oberen Osterzgebirge gekommen waren, brannte schon ein wärmender Grill, als wir gegen 16 Uhr unterhalb des Körnergartens an der Elbe eintrafen. Über anderen Feuern wurde Apfelpunsch und Glühwein warmgemacht. Gegrillte Pilze, Würstel, Aufstiche, frisches Brot, kleine Leckereien oder über dem Feuer erwärmte Marshmellows für die Kinder – das Angebot an Speisen war vielfältig. Und obwohl sich das Wetter am späten Nachmittag nicht zwischen Schneefall und leichtem Sprühregen entscheiden konnte, löste sich unsere Gruppe dann doch erst nach 19 Uhr auf.

Wir freuen uns auf das nächste Mal
Sibylle und Heiko

Herzliche Einladung zu unserem Adventsfest 2017!

Plakat Adventsfest 2017

Plakat Adventsfest 2017

 

Friedenskultur als Kommunikationsaufgabe

Vom ersten bis zum dritten Oktober veranstaltet der Memorare Pacem e.V. den Internationalen Dresden Dialog. Mit Gästen aus mehr als 30 europäischen Städten sollen insbesondere die aktuellen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhaltes in den Städten und Kommunen in Europa diskutiert werden.
„Willkommen in Löbtau“ war am Sonntag nachmittag bei der Auftaktveranstaltung im Hygienemuseum durch uns vertreten. Im Panel 2 der Arbeitstagung stellten Gäste aus Mailand, Schweinfurt, Thessaloniki, Coventry und  San Sebastian verschiedene erfolgreiche Projekte von Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung in ihren Städten vor. Am interessantesten für uns waren hier jedoch die Äußerungen von Dieter Jetschmanegg, der als Leiter für Kommunikation, Wirtschaft und Beteiligung in der Landeshauptstadt Potsdam arbeitet.

Verena Leuterer und Sibylle Frey präsentieren das Netzwerk „Willkommen in Löbtau“

So gibt es dort eine „WerkStadt für Beteiligung“ sowie einen Beteiligungsrat, in welchem mehr Bürger als Politiker und Verwaltungsangestellte vertreten sind. Man beschäftigt sich ernsthaft mit tatsächlicher Mitbestimmung und kritisiert Alibi-Aktionen, wo Bürger lediglich als „Dekoration“ dienen.  Und man diskutiert auch die Missverständnisse und Mythen, die zuweilen entstehen, z.B.: „Bürgerbeteiligung muss immer zu besseren Ergebnissen führen“ oder dass am Ende der Beteiligung immer ein Konsens bestehen müsse.

 

Beim abendlichen Get-Together im Kunsthaus Dresden konnten Verena Leuterer und Sibylle Frey den anwesenden Gästen die Initiative „Willkommen in Löbtau“ kurz vorstellen. Zur Sprache kamen dabei die verschiedenen Aktivitäten und Arbeitsgruppen, speziell jedoch die vielfältigen Aufgaben, die die Paten bei der Integration der Geflüchteten übernehmen – Erfolge, Probleme und Aktuelles. Und so konnte den Gästen auch der neue Lernraum im Spike vorgestellt werden, welcher noch einmal ausführlich durch eine Mitstreiterin aus diesem Verein erläutert wurde. Dazu gab es nette, z.T. auch sehr informative Gespräche mit Dresdner Stadträten oder Vertretern aus anderen Vereinen und Initiativen.

Sibylle und Heiko Frey

Redebeitrag auf der Tolerade 2017

Hier veröffentlichen wir unseren Redebeitrag, der in gekürzter Form auf der Tolerade 2017 verlesen wurde:

Mit dem Verkauf der städtischen Wohnbaugesellschaft 2006 durch die Schwarz-Gelbe Stadtratsmehrheit wurde der Anfang gemacht für eine Mietpreisspirale, von der heute fast alle DresdenInnen betroffen sind. Über Nacht wurden 50.000 Wohnungen an den US-amerikanischen Investor Fortress verkauft. Infolgedessen hat sich der Mietspiegel in Dresden seit der Erhebung 2011 bis heute um fast 50% erhöht. Dresden ist keine Stadt mehr, die für bezahlbare Mieten bekannt ist, sondern eher für hohe Renditen auf dem Wohnungsmarkt.

Für einige mag diese Entwicklung verschmerzbar sein, für andere bedeutet dies, dass sie sich die höheren Mieten in ihren Wohnungen nicht mehr leisten können. Sie müssen sich am Stadtrand umsehen und werden somit aus ihren angestammten Kiezen verdrängt. Zurück bleiben nach und nach gentrifizierte Viertel auf der einen Seite und arme Viertel auf der anderen. Die Konsequenz ist nichts anderes, als eine Spaltung der Gesellschaft in zwei Gruppen: Arm und Reich; Menschen die zentral wohnen und die, die schlecht angebunden sind; Menschen, denen vieles offen steht und jenen die häufig perspektivlos sind.

Besonders hart trifft diese Entwicklung Menschen, die auf sozialen Wohnraum angewiesen sind. Dazu gehören z.B. Hartz-4 EmpfängerInnen, aber auch die Refugees, die zumindest nicht im Asylheim wohnen müssen. Die ihnen zugewiesenen Wohnungen liegen meist am Stadtrand und sind kaum noch verfügbar. Eine Einraumwohnung im sozialen Wohnbau zu finden, ist nahezu unmöglich.

Die meisten privaten VermieterInnen schließen die Vermietung ihrer Immobilien an diese Gruppen aus Vorurteilen und rassistischen Ressentiments kategorisch aus und haben Angst um die größtmögliche Renditen aus ihren Immobilien.

Ingesamt führt diese massive Verknappung an bezahlbarem Wohnraum zu einem künstlichen Konkurrenzverhältnis zwischen den Gruppen. Häufig kommt von RassistInnen das Argument: „Die Ausländer nehmen uns jetzt auch noch die Wohnungen weg.“ So findet die soziale Spaltung nicht nur zwischen verschiedenen Stadtvierteln statt, sondern zieht vor allem in die ärmeren Viertel der Stadt ein. Um dort wieder mehr Wohnraum zu schaffen, werden Refugees zur Zeit aus ihren Wohnungen wieder in überfüllte Heime zurückgeschickt, eine Maßnahme des Sozialamtes, die wir für vollkommen untragbar halten. Anstatt von Konkurrenz wäre ein solidarisches Zusammenleben und gemeinsame Forderungen aller BewohnerInnen der Viertel an die Stadt ein gutes Zeichen.

Dies ist eine Entwicklung, deren negative Auswirkungen wir in vollem Maße erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten zu spüren bekommen werden. Um diese soziale Spaltung zu verhindern muss daher im Interesse der gesamten Gesellschaft bezahlbarer Wohnbau entstehen, und zwar jetzt!

Das Problem ist seit vielen Jahren bekannt, trotzdem handeln der Stadtrat und die Stadtverwaltung weiterhin zögerlich. Die Schaffung der neuen Wohnbaugesellschaft kann auch nur der Anfang einer komplett veränderter Wohnungspolitik sein.

Dass bei vielen Stadträten und in der Verwaltung trotzdem noch keine andere Haltung in Sachen Immobilien angenommen wurde, wird an diversen Stellen deutlich:

Als der Gebäudekomplex an der Königsbrücker Straße 119 veräußert wurde, bewarb sich unter anderem die Gruppe Elixir um die Nutzung der Flächen. Das Projekt wollte ein soziales Zentrum schaffen, in dem alteingessene und Refugees gemeinsam wohnen, Werkstätten betreiben und Gemeinschaftsflächen für Menschen aus der Stadt anbieten. Wenngleich das Projekt bei vielen Abgeordneten Anklang fand, wurde es am Ende vom Stadtrat mit Stimmen der Opoosition und aus Teilen der SPD abgeleht und das Gebäude an den meistbietenden verkauft. Diese gewinnorientierte Politik muss ein Ende haben.

Wir fodern daher den Stadtrat und die Stadtverwaltung dazu auf:

  •  Die Gründung der neuen Wohnbaugesellschaft muss so schnell wie möglich mit aller Kraft vorangetrieben werden. Es müssen zehtausende neue, bezahlbare Wohnungen entstehen und zwar in der ganzen Stadt, nicht nur in ärmeren Vierteln.
  • Alles dafür zu tun, damit keine Menschen in schwierigen sozialen Situationen aus ihren Vierteln verdrängt werden.
  • Keine Rückführung von Refugees aus sozialem Wohnungsbau zurück in Heime. Die dezentrale Unterbringung ist ein essentielles Konzept, damit Menschen hier ein neues Zuhause finden können!
  • Die Projektvergabe und der Verkauf von Immobilien darf nicht weiter an den meistbietenden gehen. Es ist offenkundig, dass Dresden nicht noch mehr Einkaufshallen braucht! Soziale Projekte müssen hier bevorzugt werden!

Abschließend lässt sich nur noch eines sagen: Die Stadt sollte denen gehören, die dort wohnen!

 

 

Osterwanderung in der Dresdner Heide

Insgesamt 19 Mitwanderer aus Iran, Irak, Marokko, Syrien, Deutschland waren es, die am Ostersamstag erwartungsfroh zu einer gemeinsamen Osterwanderung zum Bahnhof nach Klotzsche kamen. Auf den breiten Wegen durch die Dresdner Heide ging es über die Hofewiese und Heidemühle bis zum Ziel am Weißen Adler.

Unsere Wandergruppe in der Dresdner Heide

Alle angesagten und auf dem Regenradar angezeigten Wolken gingen (fast) spurlos an uns vorbei. Unterwegs hatte der Osterhase kleine Kollegen aus Schokolade versteckt. Dazu begeisterte die Natur mit den vielen verschiedenen Grün-Schattierungen und Frühlingsblühern. Dass die Idee recht kurzfristig war, dass wenige Tage vorher unsere Doodle-Liste recht übersichtlich war, dass der Wetterbericht den schlechtesten Ostertag von einem durchwachsenen Wochenende angekündigt hatte? All das hatten wir vergessen, als wir glücklich und geschafft in Bühlau in die Straßenbahn zurück in das Stadtzentrum einsteigen konnten.

Wichtig waren die unterschiedlichen Gespräche, die man mit z.T. noch nicht bekannten Mitmenschen führen konnte. Aber auch mit „unseren Patenkindern“ redeten wir mal nicht über die alltäglichen Probleme wie Jobcenter, Deutschkurs oder Berufsplanung – sondern über die lauten Singvögel in den Bäumen oder die verschiedenen Erlebnisse in den letzten Jahren. Der große Tenor: Es war sehr schön und wir sollten es wieder/ öfter machen.

Refugee-Welcome-Schwibbögen und Adventsfest am Montag, 05.12.2016

Aufgrund der großen Nachfrage im vergangenen Jahr werden wir auch dieses Jahr wieder die begehrten Refugees-Welcome-Schwibbögen für euer weihnachtlich geschmücktes Fenster anbieten! Die Idee stammt vom Konglomerat e.V. des Rosenwerks, wo auch die Bögen gefertigt werden. Die Einnahmen – über 1500€ in 2015, vielen Dank noch einmal dafür – werden dann an „Willkommen in Löbtau“ gespendet. Wir haben somit die Möglichkeit, verschiedene Projekte zu finanzieren, beispielsweise flossen die Gelder in die Idee einer mobilen Küche für Geflüchtete sowie einen Palettenbau-Workshop zur Herstellung von Möbeln in einer Unterkunft für geflüchtete Menschen.

Mit dem Erlös aus diesem Jahr planen wir, konkrete Projekte zusammen mit dem Konglomerat e.V. für geflüchtete Menschen anzubieten – denkbar wären beispielsweise Workshops mit Siebdruck. An den Details arbeiten wir noch und informieren zu gegebenem Zeitpunkt!

Es gibt einen großen (40cm) und kleinen (20cm) Schwibbogen. Das klassische Motiv zeigt eine flüchtende Familie und den Schriftzug „Refugees Welcome“. Der kleine Schwibbogen beinhaltet ein Teelicht in einem sternförmigen Halter, der am Fuß des Bogens angebracht ist. Das große Modell zieren fünf Kerzen (nicht enthalten), die auf der Oberseite des Schwibbogens stehen. Der große Schwibbogen ist ein „5-Minuten-Bausatz“, d.h. mit etwas Holzleim die fünf Lichtertüllen auf den Bogen kleben und fertig.

Wir suchen noch fleißige Helfer (gern auch Geflüchtete), die uns helfen wollen die Bögen zu verpacken und versandfertig zu machen – wenn du also Zeit und Lust hast, dann melde dich bei uns (kontakt@willkommen-in-loebtau.de)!

Refugee Welcome Schwibbogen

Ihr habt zwei Möglichkeiten, um an die begehrten Teile zu kommen:

  1. Ihr bestellt sie bei Fairmondo über https://www.fairmondo.de/users/konglomerat-e-v der Kostenpunkt liegt bei 20€ für den kleinen und 30€ für den großen Schwibbogen, jeweils zzgl. Versandkosten.
  2. Ihr holt sie euch persönlich bei uns vor Ort ab, dafür gibt es drei Möglichkeiten:

Unser Adventsfest findet am Montag, den 05.12.2016 ab 18 Uhr in der Hoffnungskirche in Dresden Löbtau, Clara-Zetkin-Str. 30, statt. Wie jedes Jahr wollen wir auch diesmal in geselliger Runde die Weihnachtsatmosphäre genießen, beisammen sein sowie gemeinsam essen (vegetarisches bzw. veganes Mitbringbuffet). Musikalisch wird uns SingAsylum weihnachtlich stimmen – wir sind sehr gespannt und freuen uns auf zahlreiche Gäste! Kommt vorbei, genießt die Stimmung und nehmt euch einen kleinen oder großen Schwibbogen mit nach Hause 🙂

adventsfest_willkommen_in_loebtau_2016

Salata ist kein Salat und andere Einsichten – Der Kochabend in der Adventgemeinde

Jede Woche Donnerstag treffen sich Altlöbtauer, Neulöbtauer und Andere aus Dresden und Umgebung in den ausgebauten Kellerräumen der Adventgemeinde in der Poststraße um gemeinsam zu kochen und zu essen.

Bei diesem gemeinsamen Koch- und Sprachabend wird wird viel geschnippelt, gemischt, gegart, gespielt, gegessen und gelacht. Helfende Hände sind schnell gefunden und die ein oder andere Einsicht in andere Kulturen bietet das Treffen allemal – ob beim Kartoffeln schälen oder am Tisch.

Am Anfang steht die Ruhe. Und der Kicker

Kickern Willkommen in Löbtau

Der Kicker erfreut sich unter allen Nationen und Altersgruppen großer Beliebtheit

Es ist kurz vor sieben Uhr abends, die Räumlichkeiten der Adventgemeinde in Löbtau sind noch überschaubar gefüllt. Hier und da sitzen vereinzelt zwei bis drei Personen, trinken Tee und sehen aus als würden sie auf irgend etwas warten. Andere kickern, zwei weitere spielen Tischtennis, aber alles nur mit halbem Elan, als sparten sie für irgend etwas Energie. Es scheint ruhig.

„Das wird sich noch füllen“, sagt Anke, altgediente Mitorganisatorin des Abends, „in den besten Zeiten hatten wir hier um die 60 Leute. Viele kommen später, zum Kochen, zum Essen, zum Aufräumen“.

Vorbereitung Kochen Löbtau

Die Vorbereitungen zum Kochen gehen schnell – es gibt viele Helfer

 

Der Koch ist krank – lang lebe der Koch!

Der Verantwortliche für das Kochen heute ist erkrankt. Dennoch hat das Team rund um Anke für Ersatz gesorgt, die Lebensmittel sind soeben eingetroffen und auch einen Ersatzkoch ist bereit:

Ein engagierter junger Syrer mit dichtem schwarzen Bart hat sich vor zwei großen Töpfen in der Küche positioniert. Er gibt lachend Anweisungen, an diejenigen, die in die Küche kommen um zu helfen, aber meistens wird er gefragt, was zu tun ist. Helfer gibt es viele, auch wenn einige nur kurz kommen, ein paar Handschläge tun und wieder zu Tischtennis, Kicker, Tee und Schach zurückkehren.

Aber bei den vielen Händen geht das Kochen auch so schnell voran. Denn tatsächlich tropfen mit der Zeit nach und nach immer mehr Personen in das Zimmer, das Kickern wird schneller, Tischtennis wilder und die Lautstärke nimmt hörbar zu – am Ende sind  rund 30 Personen lebhaft im Raum verteilt.

 

Reis, Kartoffeln, Nudeln – über dem Tellerrand betrachtet kein Problem

Kochabend Bassam

Bassam kocht an diesem Abend. Er hat früher in einem libanesischen Restaurant gearbeitet

„Ja, ja“, sagt Bassam, der engagierte Küchenchef, eifrig nickend auf meine Frage, ob er öfter koche. Stolz holt er sein Handy heraus und zeigt die Fotos verschiedener Gerichte, die er Zuhause zubereitet hat. Er ist gelernter Koch aus Syrien und hat vor seiner Flucht in einem libanesischen Restaurant gearbeitet. Hinter ihm dampft ein großer Topf Reis mit einigen feinen Nudeln gespickt und ein zweiter mit einer Art roten Suppe. Die Hauptzutaten sind Kartoffeln, Tomatenmark, Knoblauch und – hier lächelt Bassam etwas verschmitzt und macht eine Pause, als würde er ein großes Geheimnis verraten – viel Maggi. Der Reis und die Suppe werden später vermischt und vermitteln auf würzige Weise und mit Knoblauchnote, dass Reis, Kartoffeln und Nudeln durchaus Platz im selben Gericht finden können. Keine tiefe, aber eine schmackhafte Erkenntnis.

 

Salata ist das gesamte Gericht, nicht die Pflanze

An der großen Arbeitsfläche stehen Abulrahman und Suleiman, ebenfalls aus Syrien und mit angegrauten Haaren und wahrscheinlich die ältesten unter allen anwesenden. Sie schnippeln Salat, Gurken, Tomaten und Knoblauch. Ich frage nach einigen arabischen Namen der Gemüsesorten und sage dann die deutschen, die die beiden nickend, lächelnd und bemüht wiederholen. Als als ich dann glaube etwas wiederzuerkennen, werde ich ausgebremst: Nein, die Pflanze heißt nicht Salata, die ich da gerade schneide. Salata ist ausschließlich das Gericht, das gemischte Gericht mit Tomaten Gurken etc. und Soße. Der Kopfsalat? Die heißt schön lautmalerisch „chuss“, wie brechende Salatblätter. Dann ist das gesamte Essen fertig.

 

Kochabend Rede Willkommen in löbtau

Mario lädt zum Essen und erläutert die Modalitäten – mit simultaner Übersetzung

Mit einer kleinen Erklärung in die Mahlzeit

Mario macht dann die Ansage, in der es darum geht, auf die Spendendose aufmerksam zu machen, Termine anzukündigen oder einfach dem Koch zu danken. Natürlich mit simultaner Übersetzung. Alle hören zu und nicken, die Stimmung ist freundlich. Dann gehen alle grüppchenweise zur Essensausgabe und verteilen sich im Raum. Aber es ist kein steifes am Tisch sitzen, da ist Bewegung, viele laufen mit ihrem Teller von Gespräch zu Gespräch, von altem Bekannten zu neuem Bekannten.

Essen und Salat

Für eine Spende von einem Euro gibt es warmes Essen und Salat

„Ich habe eigentlich nichts mit der Flüchtlingshilfe zu tun – und auch nicht mit der Kirche“ sagt Mario später, als wir nebeneinander essen. Er ist ein Mittvierziger aus Leutewitz, der sich sichtlich wohl in der Menge fühlt und vielen bekannt ist. Er ist aber auch schon einer der „Alten“, wie er sagt. Er ist seit Dezember 2015 dabei und versucht so oft wie möglich zu kommen. Trotz vieler beruflicher Termine unter der Woche in Süddeutschland.

 

 

Die Bewegung bleibt – die gute Stimmung auch

Essen Adventgemeinde

Hier sitzen alle am Platz – doch das täuscht. Auch während des Essens ist viel lebhafte Bewegung im Raum

Seit dem haben schon viele Geflüchtete in den gemütlich ausgebauten Kellerräumen gesessen, gegessen, gekocht und gelacht. Freundschaften sind untereinander entstanden, aber auch Menschen völlig von der Bildfläche verschwunden, Menschen, von denen keiner mehr weiß wo sie eigentlich hin sind: Weggezogen? Weitergereist? Abgeschoben? – Für so ernste Themen scheint dieser Abend jedoch keine Plattform. Die unzähligen Gesichter, von denen jedes einzelne eine eigene, hörenswerte Geschichte zu erzählen hätte, sind zu ausgelassen, um diese Geschichten tatsächlich zu erzählen – oder nach ihnen gefragt zu werden.

 

Das nächste Treffen der Kochgruppe findet am 10. November um 18:30 Uhr in der Adventgemeinde, Poststraße 13, statt. Gegessen wird dann allerdings mit Feuer im Garten der Emil-Ueberall-Str. 6

Unser Sommerfest 2016

Ende August war es endlich soweit – wir feierten unser Sommerfest im Garten der Hoffnungskirche in Dresden Löbtau. Bei schönem Sommerwetter verbrachten wir einen tollen Abend mit ca. 300 Gästen. Besonders gefreut hat uns, dass neben zahlreichen Geflüchteten auch viele „Alt-Dresdner“ den Weg zu uns gefunden haben.

Das vegetarische Mitbringbuffet ist inzwischen fast schon eine Tradition bei unseren Festen. Damit es keine Schwierigkeiten bei der Essensauswahl gibt, haben wir uns für fleischlose Kreationen entschieden, was bei allen Gästen wunderbar ankommt. Toll zu sehen war, dass sich das Buffet im Laufe des Abends durch spätere Ankömmlinge immer wieder neu füllte. Ergänzt wurde die Essensauswahl durch das Team von Cooking Action – bereits seit dem frühen Nachmittag wurde geschnippelt und gekocht, so dass wir am Abend mit einer sehr leckeren Linsensuppe und Salat überrascht worden.

Sport und Musik machten allen Freude

Der Garten der Hoffnungskirche bietet viel Platz zur sportlichen Betätigung – sei es beim Tischtennis, Fußball oder Volleyball. Das Wetter spielte mit und auch die Kleinsten buddelten entspannt im Sandkasten oder ließen Seifenblasen fliegen.

Gut gesättigt und nach sportlichen Höchstleistungen begann das Highlight des Abends: Die Banda Internationale begeisterte uns mit Blasinstrumenten, mit eigenen Songs und Covern war für Abwechslung gesorgt. Die Freude der Band am Musizieren war mitreißend und sprang voll auf das Publikum über. Es war schön anzusehen, dass neben den nicht-still-stehen-könnenden Kindern auch die Erwachsenen tanzten oder zumindest zappelten – denn nicht in Bewegung versetzt zu werden war ausgeschlossen.

Ein Dank an die Unterstützer

Wir hoffen, alle unsere Gäste hatten ein ebenso schönes Fest wie wir. Besonders bedanken möchten wir uns zuallererst wieder bei Pfarrerin Gisela Merkel-Manzer für ihre Unterstützung und der Kirchengemeinde für die Nutzung der Räumlichkeiten. Ebenso danken wir natürlich Cooking Action für ihr leckeres Essen und Banda Internationale für ihre geniale Musik. Nicht vergessen möchten wir natürlich alle Gäste, die mit ihren mitgebrachten Speisen zu einem leckeren Buffet beigetragen haben – vielen Dank und bis zum nächsten Mal!