Unser interkultureller Lernraum startet im September

Lernraum für Schule und Berufsausbildung:

Zusammen mit dem Jugend- und Kulturzentrum SPIKE in Leubnitz-Neuostra  startet unsere AG „Arbeit und Ausbildung“  ab 4. Sepetmber einen
Lernraum für Migrant/inn/en, Geflüchtete und Einheimische aus ganz Dresden.

Auf dem Weg ins Berufsleben finden Schüler/innen und Auszubildende dort Unterstützung von ehrenamtlichen Helfer/innen beim gemeinsamen Lernen für Schule und Sprachkurse. Neben der Lern- und Hausaufgabenhilfe wird auch beim Schreiben von Bewerbungen oder Ausfüllen von Formularen geholfen.

„Wir bieten einen offenen Treffpunkt zur Nachhilfe und zur Unterstützung für Ausbildung, Qualifikation und Berufseinstieg“, erklärt Michael Kobel, der Leiter der AG, und Ellen Demnitz-Schmidt vom SPIKE ergänzt:  „Für alle Fachgebiete stehen täglich mehrere ehrenamtliche Tutoren zur Verfügung und helfen bei der Vorbereitung auf das Berufsleben.“

Die Teilnehmer/innen werden gebeten, mit konkreten Fragen oder Aufgaben und spätestens eine Stunde vor Ende der Öffnungszeit vorbeizukommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

  • Der Lernraum ist ab 4. September 2017 jeweils Montag bis Donnerstag geöffnet.
  • Öffnungszeiten:  Montag, Dienstag, Donnerstag, 16 bis 19 Uhr, Mittwoch 16 bis 18 Uhr
  • Adresse: Jugend- und Kulturzentrum SPIKE Dresden, Karl-Laux-Straße 5, 01219 Dresden
  • Anreise: Bus 66 bis Spitzwegstraße oder Bus 75 bis Karl-Laux-Straße
  • Web: http://www.spikedresden.de/lernraum/
  • Kontakt: Lernraum@spikedresden.de

   

Das Sprachcafé: Kontakte knüpfen in geselliger Atmosphäre

Es ist familiär in der Multifunktionseinrichtung „Platz Da“. Es stehen Tee, Gebäck und – jahreszeitlich konsequent – Kirschen auf dem flachen Tisch zwischen den Sofas. Die Gespräche sind vielseitig: Als ich ankomme geht es um den Jakobsweg, der ausgeschildert auch durch Sachsen antretbar ist.

Sprachcafe Dresden

Lockere Runde bei Tee und Kirschen im Sprachcafé

Mohammad, ein gerne lachender Syrer und Murat, noch etwas zurückhaltend, hören interessiert zu.

Mohammad kam vor 21 Monaten nach Deutschland. Momentan wartet er auf die Ergebnisse seines letzten Deutschkurses. Die Klausuren müssen erst nach Nürnberg geschickt, das kann mehrere Wochen dauern. Er möchte Medizintechnik studieren, in jedem Fall etwas, womit er einmal nach Syrien zurück gehen kann um seinem Land zu helfen.

Das Sprachcafé bietet Austausch und andere Hilfe

Und Mohammad wäre nicht der erste, der von Werner und Peter auf diesem Weg begleitet wird. „Letzes Jahr waren einige Äthiopier hier“, sagt Peter, der sichtlich Spaß am interkulturellen Austausch hat, „mitlerweile haben viele aber einen zu vollen Terminkalender“. Sie haben ihren Platz in der Altenpflege oder an der Universität gefunden.

Ausländische Gäste beim Sprachcafé

Werner, Peter, Murat und Mohammad (v.l.) beim Sprachcafé

Es sind diese kleinen Erfolgsgeschichten, die wahrscheinlich auch Werner bereits über zwei Jahre motivieren jeden Dienstag das Sprachcafé zu organisieren. „Wir hatten hier schon volles Haus, mit Geflüchteten, die Anschluss suchten, aber auch Studenten aus Thailand oder Frankreich,“ sagt er, „momentan ist es allerdings ruhig.“ Der letzte Feiertag nach Ramadhan überlagert noch die Gedanken vieler derer, die kommen könnten. Das wird sich wahrscheinlich im Sommer ändern.

Mismatch zwischen Angebot und Nachfrage

Aber ein zweites Problem, neben der Durstrecke durch den Ramadhan spricht Werner noch an: Viele die neu ankommen, wissen nicht, dass es dieses Angebot gibt. Obwohl die Nachfrage kaum zurückgegangen sein dürfte. Daher soll nach der Sommerpause eine kleine Werbeoffensive folgen. Für mehr Austausch. Und für noch mehr kleine und große Erfolgserlebnisse.

Vom 05.07. – 14.08. geht das Sprachcafé in die Sommerpause

Sowohl die AG Sprachcafé als auch die AG Öffentlichkeitsarbeit freuen sich über Zulauf:
Wer Interesse hat mitzuhelfen, mitzubewerben, am Ball zu bleiben oder einfach Spaß und Lust an Neuem hat ist herzlich eingeladen zum nächsten Treffen kommen:

Das nächste Sprachcafé findet am 04.07.2017 im Platz Da! in der Wernerstraße 21 statt.

Internationales Frühlingsfest im Garten der Hoffnungskirche

Der Verein Willkommen in Löbtau e.V. feierte am 22. April 2017 im Garten der Kirchgemeinde Frieden und Hoffnung ein geselliges Frühlingsfest.

Bunt gemischt und international waren nicht nur Gäste und Buffet, auch ein abwechslungsreiches musikalisches Programm mit Liedern aus aller Welt sorgte neben gemeinsamen sportlichen Aktivitäten und einem gemütlichen Lagerfeuer für eine ausgelassene Stimmung und ein bereicherndes Miteinander.

Der Verein Willkommen in Löbtau e.V bedankt sich ganz herzlich bei dem internationalen Chor Singasylum Gorbitz für einen tollen Auftritt, bei der Kochgruppe Cooking Action für die professionelle Kochausrüstung, sowie bei allen fleißigen HelferInnen für das gelungene Fest.

 

Redebeitrag auf der Tolerade 2017

Hier veröffentlichen wir unseren Redebeitrag, der in gekürzter Form auf der Tolerade 2017 verlesen wurde:

Mit dem Verkauf der städtischen Wohnbaugesellschaft 2006 durch die Schwarz-Gelbe Stadtratsmehrheit wurde der Anfang gemacht für eine Mietpreisspirale, von der heute fast alle DresdenInnen betroffen sind. Über Nacht wurden 50.000 Wohnungen an den US-amerikanischen Investor Fortress verkauft. Infolgedessen hat sich der Mietspiegel in Dresden seit der Erhebung 2011 bis heute um fast 50% erhöht. Dresden ist keine Stadt mehr, die für bezahlbare Mieten bekannt ist, sondern eher für hohe Renditen auf dem Wohnungsmarkt.

Für einige mag diese Entwicklung verschmerzbar sein, für andere bedeutet dies, dass sie sich die höheren Mieten in ihren Wohnungen nicht mehr leisten können. Sie müssen sich am Stadtrand umsehen und werden somit aus ihren angestammten Kiezen verdrängt. Zurück bleiben nach und nach gentrifizierte Viertel auf der einen Seite und arme Viertel auf der anderen. Die Konsequenz ist nichts anderes, als eine Spaltung der Gesellschaft in zwei Gruppen: Arm und Reich; Menschen die zentral wohnen und die, die schlecht angebunden sind; Menschen, denen vieles offen steht und jenen die häufig perspektivlos sind.

Besonders hart trifft diese Entwicklung Menschen, die auf sozialen Wohnraum angewiesen sind. Dazu gehören z.B. Hartz-4 EmpfängerInnen, aber auch die Refugees, die zumindest nicht im Asylheim wohnen müssen. Die ihnen zugewiesenen Wohnungen liegen meist am Stadtrand und sind kaum noch verfügbar. Eine Einraumwohnung im sozialen Wohnbau zu finden, ist nahezu unmöglich.

Die meisten privaten VermieterInnen schließen die Vermietung ihrer Immobilien an diese Gruppen aus Vorurteilen und rassistischen Ressentiments kategorisch aus und haben Angst um die größtmögliche Renditen aus ihren Immobilien.

Ingesamt führt diese massive Verknappung an bezahlbarem Wohnraum zu einem künstlichen Konkurrenzverhältnis zwischen den Gruppen. Häufig kommt von RassistInnen das Argument: „Die Ausländer nehmen uns jetzt auch noch die Wohnungen weg.“ So findet die soziale Spaltung nicht nur zwischen verschiedenen Stadtvierteln statt, sondern zieht vor allem in die ärmeren Viertel der Stadt ein. Um dort wieder mehr Wohnraum zu schaffen, werden Refugees zur Zeit aus ihren Wohnungen wieder in überfüllte Heime zurückgeschickt, eine Maßnahme des Sozialamtes, die wir für vollkommen untragbar halten. Anstatt von Konkurrenz wäre ein solidarisches Zusammenleben und gemeinsame Forderungen aller BewohnerInnen der Viertel an die Stadt ein gutes Zeichen.

Dies ist eine Entwicklung, deren negative Auswirkungen wir in vollem Maße erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten zu spüren bekommen werden. Um diese soziale Spaltung zu verhindern muss daher im Interesse der gesamten Gesellschaft bezahlbarer Wohnbau entstehen, und zwar jetzt!

Das Problem ist seit vielen Jahren bekannt, trotzdem handeln der Stadtrat und die Stadtverwaltung weiterhin zögerlich. Die Schaffung der neuen Wohnbaugesellschaft kann auch nur der Anfang einer komplett veränderter Wohnungspolitik sein.

Dass bei vielen Stadträten und in der Verwaltung trotzdem noch keine andere Haltung in Sachen Immobilien angenommen wurde, wird an diversen Stellen deutlich:

Als der Gebäudekomplex an der Königsbrücker Straße 119 veräußert wurde, bewarb sich unter anderem die Gruppe Elixir um die Nutzung der Flächen. Das Projekt wollte ein soziales Zentrum schaffen, in dem alteingessene und Refugees gemeinsam wohnen, Werkstätten betreiben und Gemeinschaftsflächen für Menschen aus der Stadt anbieten. Wenngleich das Projekt bei vielen Abgeordneten Anklang fand, wurde es am Ende vom Stadtrat mit Stimmen der Opoosition und aus Teilen der SPD abgeleht und das Gebäude an den meistbietenden verkauft. Diese gewinnorientierte Politik muss ein Ende haben.

Wir fodern daher den Stadtrat und die Stadtverwaltung dazu auf:

  •  Die Gründung der neuen Wohnbaugesellschaft muss so schnell wie möglich mit aller Kraft vorangetrieben werden. Es müssen zehtausende neue, bezahlbare Wohnungen entstehen und zwar in der ganzen Stadt, nicht nur in ärmeren Vierteln.
  • Alles dafür zu tun, damit keine Menschen in schwierigen sozialen Situationen aus ihren Vierteln verdrängt werden.
  • Keine Rückführung von Refugees aus sozialem Wohnungsbau zurück in Heime. Die dezentrale Unterbringung ist ein essentielles Konzept, damit Menschen hier ein neues Zuhause finden können!
  • Die Projektvergabe und der Verkauf von Immobilien darf nicht weiter an den meistbietenden gehen. Es ist offenkundig, dass Dresden nicht noch mehr Einkaufshallen braucht! Soziale Projekte müssen hier bevorzugt werden!

Abschließend lässt sich nur noch eines sagen: Die Stadt sollte denen gehören, die dort wohnen!

 

 

Osterwanderung in der Dresdner Heide

Insgesamt 19 Mitwanderer aus Iran, Irak, Marokko, Syrien, Deutschland waren es, die am Ostersamstag erwartungsfroh zu einer gemeinsamen Osterwanderung zum Bahnhof nach Klotzsche kamen. Auf den breiten Wegen durch die Dresdner Heide ging es über die Hofewiese und Heidemühle bis zum Ziel am Weißen Adler.

Unsere Wandergruppe in der Dresdner Heide

Alle angesagten und auf dem Regenradar angezeigten Wolken gingen (fast) spurlos an uns vorbei. Unterwegs hatte der Osterhase kleine Kollegen aus Schokolade versteckt. Dazu begeisterte die Natur mit den vielen verschiedenen Grün-Schattierungen und Frühlingsblühern. Dass die Idee recht kurzfristig war, dass wenige Tage vorher unsere Doodle-Liste recht übersichtlich war, dass der Wetterbericht den schlechtesten Ostertag von einem durchwachsenen Wochenende angekündigt hatte? All das hatten wir vergessen, als wir glücklich und geschafft in Bühlau in die Straßenbahn zurück in das Stadtzentrum einsteigen konnten.

Wichtig waren die unterschiedlichen Gespräche, die man mit z.T. noch nicht bekannten Mitmenschen führen konnte. Aber auch mit „unseren Patenkindern“ redeten wir mal nicht über die alltäglichen Probleme wie Jobcenter, Deutschkurs oder Berufsplanung – sondern über die lauten Singvögel in den Bäumen oder die verschiedenen Erlebnisse in den letzten Jahren. Der große Tenor: Es war sehr schön und wir sollten es wieder/ öfter machen.

ERÖFFNUNG DER NÄHWERKSTATT

Selten arbeiten Angebot und Nachfrage so gut Hand in Hand: Dank einer umfangreichen Nähmaschinenspende können Nachfragen von Geflüchteten nach einer Möglichkeit zum Schneidern jetzt einfach beantwortet werden. Die Aktiven der AG Spenden und Sarah vom Näh.Werk, haben mit viel Entschlossenheit eine Nähwerkstatt auf der Emil-Ueberall-Str. 6 (Spenderaum von „Willkommen in Löbtau“) eingerichtet. Eröffnung ist am Freitag, 7.4., 15 Uhr: Genäht werden kann alles, ob umändern, neu nähen oder aus vorhandenen Kleidungsstücken ein vollkommen neues Stück herstellen. Es stehen 4 Nähtische zur Verfügung, Stoffe und Kurzwaren (Nähgarne, Reißverschlüsse, Nähgarne, Maßbänder, etc.) werden immer dankbar angenommen. Mitmachen erwünscht!

 

„Willkommen in Löbtau“ erhält Dresdner Integrationspreis für AG „Ausbildung und Arbeit“

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden Dirk Hilbert hat unser Netzwerk für die Arbeitsgemeinschaft „Ausbildung und Arbeit“ mit dem Dresdner Integrationspreis 2016 ausgezeichnet. Der Preis ehrt erfolgreiches Engagement für die Integration von Migrantinnen und Migranten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und wurde am 20. Dezember 2016 zum ersten Mal vergeben. Gewürdigt werden vorbildliche Aktivitäten des interkulturellen Engagements, die einen nachhaltigen Beitrag für ein vielfältiges, weltoffenes und solidarisches Miteinander in der Dresdner Stadtgesellschaft leisten. Es ist eine große Ehre für unsere Arbeitsgemeinschaft und das Netzwerk „Willkommen in Löbtau“, diesen Preis entgegennehmen zu dürfen. Wir freuen uns ganz besonders für die von uns gegenwärtig und zukünftig unterstützten Migrantinnen und Migranten über diese Anerkennung unseres gemeinsamen Engagements.

In der AG „Ausbildung und Arbeit“ laufen derzeit über 60 langfristige persönliche Patenschaften mit Geflüchteten aus mindestens elf Herkunftsländern, wobei neben Syrien (über 50%) insbesondere Somalia, Eritrea, Pakistan und Marokko vertreten sind. Das Alter reicht von 20 bis über 50 Jahre, die Schulbildung von Hauptschule bis Universitätsabschluss. In individuell angepasster Weise unterstützen die Pat/inn/en insbesondere die Erstellung von Lebensläufen und Bewerbungen, begleiten bei Behördengängen, unterstützen bei Telefonaten und Briefen, helfen bei der Vermittlung von Kontakten, der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und Eignungstests oder beim Lernen für Berufsschule oder Studium. Während dieses Prozesses entsteht ein sehr persönliches Betreuungsverhältnis, bei dem auch in Aspekten des Asylverfahrens nach Möglichkeit geholfen oder an kompetente Stellen vermittelt wird.

Die ersten 11 Patenschaften für Geflüchtete aus Löbtau konnten im Mai 2015 bei einem Informationsabend in der Hoffnungskirche nach vorheriger Vernetzung mit mehreren Beratungseinrichtungen in Dresden geschlossen werden. Ihre heutige Größe erreichte die AG durch einen von Anja Hartner, Michael Kobel, Manuela Lang, Martin Mittelbach und Gesine Wegner organisierten öffentlichen Informationsabend im November 2015 im Hörsaalzentrum der TU Dresden. Dabei konnten 30 weitere Pat/inn/en gewonnen werden und es entstanden Patenschaften mit fast 70 Geflüchteten aus verschiedenen Stadtteilen.

Die Zusammenarbeit mit anderen AGs (wie AG Sprache und AG Kochabend) innerhalb des Netzwerks „Willkommen in Löbtau“ bietet ideale Randbedingungen für regelmäßige Treffen und den Aufbau vertrauensvoller Kontakte zu den Geflüchteten. Über monatliche Stammtische zum Erfahrungsaustausch der Pat/inn/en und regelmäßige Informations- und Vernetzungsabende – auf der einen Seite mit Behörden, Beratungsstellen, Arbeitgebern, HWK und IHK und auf der anderen Seite mit Ehrenamtlichen und Unterstützungsnetzwerken – schafft sich die AG einen stetig wachsenden Pool an Erfahrungen und Kontakten. Im internen Wiki des Netzwerks werden wichtige Informationen und Kontaktadressen gesammelt.

„Das Projekt zielt darauf ab, die Geflüchteten zu befähigen, sich selbstständig in dem für sie ohne Hilfe schwer durchschaubaren Strukturen des deutschen Ausbildungssystems und Arbeitsmarkts zurechtzufinden.“, erklärt Michael Kobel, der die AG koordiniert. „Wir erfahren jeden Tag, wie bereichernd es sein kann, gemeinsam mit Mitmenschen aus verschiedensten Ländern zu versuchen, Herausforderungen zu meistern, die selbst uns oft noch nicht begegnet sind“. „Den Weg für erfolgreiche Integration bilden Sprache, soziale Kontakte und schließlich Ausbildung und Arbeit. Eine Begleitung in Patenschaften ist daher sehr gut geeignet, um geflüchtete Menschen wirksam zu unterstützen.“ so Martin Mittelbach weiter. Dies scheint zu funktionieren: bereits nach einem Jahr befinden sich ca. die Hälfte der betreuten Geflüchteten in Arbeitsgelegenheiten, Praktika, oder Arbeitsverhält­nissen und ca. 10% sogar schon in Ausbildung oder dauerhafter Anstellung. Alle anderen bereiten sich in Deutsch- oder Integrationskursen auf Ausbildung und Arbeit vor.

Eine Kontaktaufnahme mit der AG ist jederzeit über das Kontaktformular auf Seite „AG Ausbildung und Arbeit“ möglich.

Links

Refugee-Welcome-Schwibbögen und Adventsfest am Montag, 05.12.2016

Aufgrund der großen Nachfrage im vergangenen Jahr werden wir auch dieses Jahr wieder die begehrten Refugees-Welcome-Schwibbögen für euer weihnachtlich geschmücktes Fenster anbieten! Die Idee stammt vom Konglomerat e.V. des Rosenwerks, wo auch die Bögen gefertigt werden. Die Einnahmen – über 1500€ in 2015, vielen Dank noch einmal dafür – werden dann an „Willkommen in Löbtau“ gespendet. Wir haben somit die Möglichkeit, verschiedene Projekte zu finanzieren, beispielsweise flossen die Gelder in die Idee einer mobilen Küche für Geflüchtete sowie einen Palettenbau-Workshop zur Herstellung von Möbeln in einer Unterkunft für geflüchtete Menschen.

Mit dem Erlös aus diesem Jahr planen wir, konkrete Projekte zusammen mit dem Konglomerat e.V. für geflüchtete Menschen anzubieten – denkbar wären beispielsweise Workshops mit Siebdruck. An den Details arbeiten wir noch und informieren zu gegebenem Zeitpunkt!

Es gibt einen großen (40cm) und kleinen (20cm) Schwibbogen. Das klassische Motiv zeigt eine flüchtende Familie und den Schriftzug „Refugees Welcome“. Der kleine Schwibbogen beinhaltet ein Teelicht in einem sternförmigen Halter, der am Fuß des Bogens angebracht ist. Das große Modell zieren fünf Kerzen (nicht enthalten), die auf der Oberseite des Schwibbogens stehen. Der große Schwibbogen ist ein „5-Minuten-Bausatz“, d.h. mit etwas Holzleim die fünf Lichtertüllen auf den Bogen kleben und fertig.

Wir suchen noch fleißige Helfer (gern auch Geflüchtete), die uns helfen wollen die Bögen zu verpacken und versandfertig zu machen – wenn du also Zeit und Lust hast, dann melde dich bei uns (kontakt@willkommen-in-loebtau.de)!

Refugee Welcome Schwibbogen

Ihr habt zwei Möglichkeiten, um an die begehrten Teile zu kommen:

  1. Ihr bestellt sie bei Fairmondo über https://www.fairmondo.de/users/konglomerat-e-v der Kostenpunkt liegt bei 20€ für den kleinen und 30€ für den großen Schwibbogen, jeweils zzgl. Versandkosten.
  2. Ihr holt sie euch persönlich bei uns vor Ort ab, dafür gibt es drei Möglichkeiten:

Unser Adventsfest findet am Montag, den 05.12.2016 ab 18 Uhr in der Hoffnungskirche in Dresden Löbtau, Clara-Zetkin-Str. 30, statt. Wie jedes Jahr wollen wir auch diesmal in geselliger Runde die Weihnachtsatmosphäre genießen, beisammen sein sowie gemeinsam essen (vegetarisches bzw. veganes Mitbringbuffet). Musikalisch wird uns SingAsylum weihnachtlich stimmen – wir sind sehr gespannt und freuen uns auf zahlreiche Gäste! Kommt vorbei, genießt die Stimmung und nehmt euch einen kleinen oder großen Schwibbogen mit nach Hause 🙂

adventsfest_willkommen_in_loebtau_2016

Salata ist kein Salat und andere Einsichten – Der Kochabend in der Adventgemeinde

Jede Woche Donnerstag treffen sich Altlöbtauer, Neulöbtauer und Andere aus Dresden und Umgebung in den ausgebauten Kellerräumen der Adventgemeinde in der Poststraße um gemeinsam zu kochen und zu essen.

Bei diesem gemeinsamen Koch- und Sprachabend wird wird viel geschnippelt, gemischt, gegart, gespielt, gegessen und gelacht. Helfende Hände sind schnell gefunden und die ein oder andere Einsicht in andere Kulturen bietet das Treffen allemal – ob beim Kartoffeln schälen oder am Tisch.

Am Anfang steht die Ruhe. Und der Kicker

Kickern Willkommen in Löbtau

Der Kicker erfreut sich unter allen Nationen und Altersgruppen großer Beliebtheit

Es ist kurz vor sieben Uhr abends, die Räumlichkeiten der Adventgemeinde in Löbtau sind noch überschaubar gefüllt. Hier und da sitzen vereinzelt zwei bis drei Personen, trinken Tee und sehen aus als würden sie auf irgend etwas warten. Andere kickern, zwei weitere spielen Tischtennis, aber alles nur mit halbem Elan, als sparten sie für irgend etwas Energie. Es scheint ruhig.

„Das wird sich noch füllen“, sagt Anke, altgediente Mitorganisatorin des Abends, „in den besten Zeiten hatten wir hier um die 60 Leute. Viele kommen später, zum Kochen, zum Essen, zum Aufräumen“.

Vorbereitung Kochen Löbtau

Die Vorbereitungen zum Kochen gehen schnell – es gibt viele Helfer

 

Der Koch ist krank – lang lebe der Koch!

Der Verantwortliche für das Kochen heute ist erkrankt. Dennoch hat das Team rund um Anke für Ersatz gesorgt, die Lebensmittel sind soeben eingetroffen und auch einen Ersatzkoch ist bereit:

Ein engagierter junger Syrer mit dichtem schwarzen Bart hat sich vor zwei großen Töpfen in der Küche positioniert. Er gibt lachend Anweisungen, an diejenigen, die in die Küche kommen um zu helfen, aber meistens wird er gefragt, was zu tun ist. Helfer gibt es viele, auch wenn einige nur kurz kommen, ein paar Handschläge tun und wieder zu Tischtennis, Kicker, Tee und Schach zurückkehren.

Aber bei den vielen Händen geht das Kochen auch so schnell voran. Denn tatsächlich tropfen mit der Zeit nach und nach immer mehr Personen in das Zimmer, das Kickern wird schneller, Tischtennis wilder und die Lautstärke nimmt hörbar zu – am Ende sind  rund 30 Personen lebhaft im Raum verteilt.

 

Reis, Kartoffeln, Nudeln – über dem Tellerrand betrachtet kein Problem

Kochabend Bassam

Bassam kocht an diesem Abend. Er hat früher in einem libanesischen Restaurant gearbeitet

„Ja, ja“, sagt Bassam, der engagierte Küchenchef, eifrig nickend auf meine Frage, ob er öfter koche. Stolz holt er sein Handy heraus und zeigt die Fotos verschiedener Gerichte, die er Zuhause zubereitet hat. Er ist gelernter Koch aus Syrien und hat vor seiner Flucht in einem libanesischen Restaurant gearbeitet. Hinter ihm dampft ein großer Topf Reis mit einigen feinen Nudeln gespickt und ein zweiter mit einer Art roten Suppe. Die Hauptzutaten sind Kartoffeln, Tomatenmark, Knoblauch und – hier lächelt Bassam etwas verschmitzt und macht eine Pause, als würde er ein großes Geheimnis verraten – viel Maggi. Der Reis und die Suppe werden später vermischt und vermitteln auf würzige Weise und mit Knoblauchnote, dass Reis, Kartoffeln und Nudeln durchaus Platz im selben Gericht finden können. Keine tiefe, aber eine schmackhafte Erkenntnis.

 

Salata ist das gesamte Gericht, nicht die Pflanze

An der großen Arbeitsfläche stehen Abulrahman und Suleiman, ebenfalls aus Syrien und mit angegrauten Haaren und wahrscheinlich die ältesten unter allen anwesenden. Sie schnippeln Salat, Gurken, Tomaten und Knoblauch. Ich frage nach einigen arabischen Namen der Gemüsesorten und sage dann die deutschen, die die beiden nickend, lächelnd und bemüht wiederholen. Als als ich dann glaube etwas wiederzuerkennen, werde ich ausgebremst: Nein, die Pflanze heißt nicht Salata, die ich da gerade schneide. Salata ist ausschließlich das Gericht, das gemischte Gericht mit Tomaten Gurken etc. und Soße. Der Kopfsalat? Die heißt schön lautmalerisch „chuss“, wie brechende Salatblätter. Dann ist das gesamte Essen fertig.

 

Kochabend Rede Willkommen in löbtau

Mario lädt zum Essen und erläutert die Modalitäten – mit simultaner Übersetzung

Mit einer kleinen Erklärung in die Mahlzeit

Mario macht dann die Ansage, in der es darum geht, auf die Spendendose aufmerksam zu machen, Termine anzukündigen oder einfach dem Koch zu danken. Natürlich mit simultaner Übersetzung. Alle hören zu und nicken, die Stimmung ist freundlich. Dann gehen alle grüppchenweise zur Essensausgabe und verteilen sich im Raum. Aber es ist kein steifes am Tisch sitzen, da ist Bewegung, viele laufen mit ihrem Teller von Gespräch zu Gespräch, von altem Bekannten zu neuem Bekannten.

Essen und Salat

Für eine Spende von einem Euro gibt es warmes Essen und Salat

„Ich habe eigentlich nichts mit der Flüchtlingshilfe zu tun – und auch nicht mit der Kirche“ sagt Mario später, als wir nebeneinander essen. Er ist ein Mittvierziger aus Leutewitz, der sich sichtlich wohl in der Menge fühlt und vielen bekannt ist. Er ist aber auch schon einer der „Alten“, wie er sagt. Er ist seit Dezember 2015 dabei und versucht so oft wie möglich zu kommen. Trotz vieler beruflicher Termine unter der Woche in Süddeutschland.

 

 

Die Bewegung bleibt – die gute Stimmung auch

Essen Adventgemeinde

Hier sitzen alle am Platz – doch das täuscht. Auch während des Essens ist viel lebhafte Bewegung im Raum

Seit dem haben schon viele Geflüchtete in den gemütlich ausgebauten Kellerräumen gesessen, gegessen, gekocht und gelacht. Freundschaften sind untereinander entstanden, aber auch Menschen völlig von der Bildfläche verschwunden, Menschen, von denen keiner mehr weiß wo sie eigentlich hin sind: Weggezogen? Weitergereist? Abgeschoben? – Für so ernste Themen scheint dieser Abend jedoch keine Plattform. Die unzähligen Gesichter, von denen jedes einzelne eine eigene, hörenswerte Geschichte zu erzählen hätte, sind zu ausgelassen, um diese Geschichten tatsächlich zu erzählen – oder nach ihnen gefragt zu werden.

 

Das nächste Treffen der Kochgruppe findet am 10. November um 18:30 Uhr in der Adventgemeinde, Poststraße 13, statt. Gegessen wird dann allerdings mit Feuer im Garten der Emil-Ueberall-Str. 6

Unser Sommerfest 2016

Ende August war es endlich soweit – wir feierten unser Sommerfest im Garten der Hoffnungskirche in Dresden Löbtau. Bei schönem Sommerwetter verbrachten wir einen tollen Abend mit ca. 300 Gästen. Besonders gefreut hat uns, dass neben zahlreichen Geflüchteten auch viele „Alt-Dresdner“ den Weg zu uns gefunden haben.

Das vegetarische Mitbringbuffet ist inzwischen fast schon eine Tradition bei unseren Festen. Damit es keine Schwierigkeiten bei der Essensauswahl gibt, haben wir uns für fleischlose Kreationen entschieden, was bei allen Gästen wunderbar ankommt. Toll zu sehen war, dass sich das Buffet im Laufe des Abends durch spätere Ankömmlinge immer wieder neu füllte. Ergänzt wurde die Essensauswahl durch das Team von Cooking Action – bereits seit dem frühen Nachmittag wurde geschnippelt und gekocht, so dass wir am Abend mit einer sehr leckeren Linsensuppe und Salat überrascht worden.

Sport und Musik machten allen Freude

Der Garten der Hoffnungskirche bietet viel Platz zur sportlichen Betätigung – sei es beim Tischtennis, Fußball oder Volleyball. Das Wetter spielte mit und auch die Kleinsten buddelten entspannt im Sandkasten oder ließen Seifenblasen fliegen.

Gut gesättigt und nach sportlichen Höchstleistungen begann das Highlight des Abends: Die Banda Internationale begeisterte uns mit Blasinstrumenten, mit eigenen Songs und Covern war für Abwechslung gesorgt. Die Freude der Band am Musizieren war mitreißend und sprang voll auf das Publikum über. Es war schön anzusehen, dass neben den nicht-still-stehen-könnenden Kindern auch die Erwachsenen tanzten oder zumindest zappelten – denn nicht in Bewegung versetzt zu werden war ausgeschlossen.

Ein Dank an die Unterstützer

Wir hoffen, alle unsere Gäste hatten ein ebenso schönes Fest wie wir. Besonders bedanken möchten wir uns zuallererst wieder bei Pfarrerin Gisela Merkel-Manzer für ihre Unterstützung und der Kirchengemeinde für die Nutzung der Räumlichkeiten. Ebenso danken wir natürlich Cooking Action für ihr leckeres Essen und Banda Internationale für ihre geniale Musik. Nicht vergessen möchten wir natürlich alle Gäste, die mit ihren mitgebrachten Speisen zu einem leckeren Buffet beigetragen haben – vielen Dank und bis zum nächsten Mal!