Einladung zum Sommerfest 3. September 2017

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer des Vereins „Willkommen im
Hochland e.V.“, liebe Vereinsmitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie herzlich ein zum

Sommerfest

am Sonntag, 3. September ab 15.00 Uhr
in das „Hans und Sophie-Scholl-Haus“ (ICE)
Wachwitzer Höhenweg 10 in Dresden Pappritz

Mit dieser Einladung bedanken wir uns herzlich für Ihr Engagement bei
der Unterstützung von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen.
Durch Ihre Hilfe ist es uns gelungen, mit verschiedenen Angeboten den
bei uns lebenden Flüchtlingen das Leben in Dresden zu erleichtern.

Mit dem Sommerfest wollen wir Begegnungen, sowohl mit den zur Zeit
im Heim wohnenden Personen als auch mit den bereits in eigenen
Wohnungen lebenden ehemaligen Heimbewohnern und ihren Freunden
ermöglichen. Für Spiel, Spaß und Musik (durch verschiedene Gruppen)
ist gesorgt. Gern können Sie an der Arbeit des Vereins interessierte
Personen mitbringen.

Neben fröhlicher Musik verschiedener Gruppen gestalten wir für das
leibliche Wohl ein buntes Abendbuffet. Dafür bitten wir Sie um einen
kulinarischen Beitrag (z.B. Salate, Antipasti etc.). Kuchen, Brot, Grillgut
und Getränke sind vorhanden.

Wir freuen uns sehr auf Sie
und heißen Sie Willkommen!

Michael Bockting
Vorsitzender „Willkommen im Hochland e.V.“

 

Und noch ein Hinweis:
14tägig findet das „Begegnungscafé Abendbrot am Freitag“ statt. Auch dazu sind
Sie herzlich eingeladen. (Termine finden Sie im Kalender)

Stimmungsvolle Adventsfeier

Es wollte gar kein Ende nehmen. Immer wieder kamen neue Gäste, mussten weitere Stühle nachgeholt werden. Der große Veranstaltungsraum im Hans-und-Sophie-Scholl-Haus war rappelvoll an diesem zweiten Advent. Zum Glück war auch der Nachschub an selbstgebackenen Keksen und Köstlichkeiten aus Ruedas Küche schier unerschöpflich.

Gekommen waren nicht nur aktuelle Heimbewohner, sondern auch ehemalige und Flüchtlinge, die außerhalb des Übergangsheimes von Mitgliedern unserer Initiative betreut werden. Und natürlich viele ehrenamtliche Helfer und Engagierte. Wir haben Weihnachtslieder gesungen und Astrid Bodenstein gab dazu einen Überblick über Weihnachtsbräuche in Sachsen. Aber offenbar haben Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann und vor allem Weihnachtsgeschenke auch Einzug in die arabische Welt gehalten. Wael zeigte uns Fotos von Geschäften im Weihnachtsdekor und weihnachtlichen Fernsehunterhaltungsshows, in denen „Gloria in excelsis deo“ und „Stille Nacht“ auf Arabisch gesungen wurden.

Die Weihnachtsfeier ist immer auch ein Dankeschön des Vereins „Willkommen im Hochland“ an die vielen freiwilligen Helfer, ohne die es diese wunderbare Gemeinschaft zwischen Einheimischen und Flüchtlingen im Hochland nicht gäbe. Dass wir uns immer besser miteinander verständigen können, liegt am engagierten Deutschunterricht unserer Sprachgruppe: 200 Stunden pro Monat geben die ehrenamtlichen Lehrerinnen – das soll uns mal jemand nachmachen! Die Fahrradwerkstatt hat bislang mehr als 100 Zweiräder ausgeliehen. Fußball- und Basketballturniere, Ausflüge und Wanderungen, die Spieleabende am Dienstag, Begegnungen beim „Abendbrot am Freitag“, drei Länderinformationsabende beim „DonnersTalk“, Dorf- und Elbwiesenreinigung, die Kunstausstellung „Nahnu“, Frühstücksrunden und gemeinsames Kochen – die Liste der Aktivitäten von „Willkommen im Hochland“ ist in den zwei Jahren unseres Bestehens ganz schön lang geworden. Nicht zu vergessen: Kleiderkammer, Umzugshilfen, individuelle Betreuung.

Im ehemaligen Hotel herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, seit es zum Übergangswohnheim für Flüchtlinge geworden ist. Aber auch das Warten gehört dazu. Darauf wies Herbert Effinger, stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Willkommen im Hochland“, hin. Das Warten auf den Asylbescheid, das vielen Bewohnern des Heimes viel zu lange dauert. Doch – das gab Herbert Effinger unumwunden zu – so sehr traurig war der Verein und mancher der ehrenamtlichen Helfer nicht, wenn manch einer länger im Heim wohnen blieb, als anfangs erwartet. Denn so haben sich über die Zeit auch Freundschaften ergeben, auf die keiner mehr verzichten möchte.

Nachbarschaftsgespräch am 21. Mai

Gespräch02Zum „Nachbarschaftsgespräch“ am 21.05.2016 hatte Willkommen im Hochland, gemeinsam mit dem Betreiber des Pappritzer Heimes für Asylsuchende, die Pappritzer Anwohnerinnen und Anwohner eingeladen. Es gab die Möglichkeit, mit dem Beitreiber Herrn Wolter, dem Heimleiter Herr Al Amir und der Psychologin Frau Klavina ins Gespräch zu kommen, sich zu informieren, und die eigenen Erfahrungen als Nachbar mitzuteilen. Wir wollten hören wo der Schuh drückt, aber auch, was gut läuft. Der Einladung folgten einige unmittelbare NachbarInnen und weitere Personen aus der Pappritzer Bürgerschaft, sowohl zahlreiche UnterstützerInnen des Vereins als auch einige erklärte Gegner des Asylbewerberheimes.

Wir haben uns gefreut, dass dabei auch kritische Aspekte angesprochen wurden, so ist zum Beispiel immer wieder eine Lärmbelästigung für einige NachbarInnen durch laute Unterhaltung im Heim zu verzeichnen – ein Problem, das von Anfang an in gewissem Umfang besteht. Insgesamt habe sich die Lage aber beruhigt und verbessert und für die anwesenden NachbarInnen komme es nur zu geringfügigen Beeinträchtigungen. Das freut uns natürlich besonders, denn wir sind alle an einem friedlichen und ruhigen Miteinander in Pappritz interessiert. Herr Wolter sagte zu, so weit wie möglich zur weiteren Verringerung der Beeinträchtigungen beizutragen.

Einige AnwohnerInnen in etwas weiterer Entfernung erklärten, dass sie zu dem Treffen nicht zu kommen brauchten, weil sie ja gar nichts von dem Heim mitbekämen und also keine Probleme mitzuteilen hätten. Darunter waren durchaus auch ehedem erklärte GegnerInnen der Einrichtung des Heimes.

Unsere Ortsvorsteherin Frau Walter war ebenfalls vor Ort, sprach ausführlich mit dem Heimbetreiber, mit NachbarInnen und mit Mitgliedern des Vereines. Wir danken ihr, dass sie sich so viel Zeit genommen hat.

Bei allen Meinungsverschiedenheiten, die an diesem Tag auch zum Vorschein kamen, war die Veranstaltung eine Gelegenheit zum konstruktiven Austausch. Wir wünschen uns, auch in Zukunft gemeinsam auszuloten, was wir miteinander für den Frieden und den Zusammenhalt in Pappritz tun können: Ortsvorsteherin, Ortschaftsrat und alle anderen BürgerInnen des Hochlandes, egal ob sie Asylsuchende unterstützen oder nicht, egal, ob sie die Asylpolitik in Deutschland begrüßen oder ablehnen. Wir tragen gerne weiter nach Kräften dazu bei, dass alle Menschen sicher und entspannt in unserem schönen Ort leben können.

Adelheid Fiedler für die Dialoggruppe

„Was kann ich denn dazu sagen“ – Gesprächstraining im Verein

Nach einem ½ Jahr Zusammenleben mit den BewohnerInnen des Pappritzer Übergangswohnheimes haben wir nach wie vor mit der gesamten Bandbreite von Haltungen zum Flüchtlingsthema zu tun. Die Spannweite geht von engagierten UnterstützerInnen der Flüchtlinge, über unsichere, jedoch gesprächsoffene AnwohnerInnen bis zu ablehnenden, emotionsgeladenen Kampagnen. Wir sind aufgefordert weiterhin, anhaltend das Gespräch mit den AnwohnerInnen und anderen BürgerInnen zu führen. Um uns für die Gespräche gut zu rüsten, haben wir als Dialoggruppe ein Gesprächstraining für alle UnterstützerInnen von Willkommen im Hochland mit dem Verein Aktion Zivilcourage organisiert. An zwei Terminen im September und Oktober 2015 informierten, debattierten und erprobten 28 Interessierte Diskussionsstrategien. Herr Dethleff, stellte uns neuestes Zahlen- und Faktenmaterial zum Flüchtlingsthema zusammen. Solche Informationen sind immer gut, wieder ins Bewusstsein gerufen zu werden. Wir befassten uns mit dem Begriff des Rassismus und setzten uns mit sehr verbreiteten „ argumentativen Plattheiten“ auseinander. Wir fragten uns, wie stehen wir selbst zu diesen Aussagen und was wir entgegnen können. Die Darstellung und Erprobung von Gesprächsstrategien in Diskussionen und bei unsachlichen Angriffen war der 3. Baustein des Nachmittages. Ein gemeinsames kleines Buffet rundete die Veranstaltung ab und gab uns die Möglichkeit, neue Kontakte zwischen uns Unterstützerinnen zu knüpfen.

Ein weiterer Termin findet am 24.10.2015 in der Zeit von 9-14 Uhr statt. Anmeldungen bitte an dialog@willkommen-im-hochland.de, es gibt zurzeit noch ein paar freie Plätze.

„Everything is quite normal“

Fast eine Woche sind die ersten Asylbewerber in Pappritz untergebracht. Hat sich bis jetzt irgendetwas verändert?

Das erste was einem beim Betreten des ehemaligen Hotels in Pappritz entgegenkommt, ist der beißende Zigarettengestank, der schon nach wenigen Minuten in den Anziehsachen festsitzt. Die Asylbewerber sitzen in kleiner Runde im Gemeinschaftsraum direkt neben dem Eingang und haben den Fernseher laufen. Der Wachmann sitzt gelangweilt in der Lobby und macht ab und zu eine Runde durchs Haus. Ein Asylbewerber aus Albanien erzählt, das in den letzten Tagen nicht außergewöhnliches vorgefallen sei, was er mit den Worten „Everything is quite normal“-„Alles ist vollkommen normal“ beschreibt. Seine einzige Beschäftigung sind die von der Freizeitgruppe veranstalteten Fußballspiele und die regelmäßigen Sprachkurse. Was er sonst am Tag macht: „Nichts.“ Mitten im Gespräch kommt der Security Mann in den Raum und pfeift einen dabei sitzenden Asylbewerber heran, er solle bitte sein Zimmer aufräumen.

Kinder und Jugendliche spielen Volleyball vor dem Asylbewerberheim

Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Ländern spielen vor dem Asylbewerberheim Volleyball

 

In Pappritz hat sich seit dem Einzug der Asylbewerber nicht viel verändert. Nur der Wachwitzer Höhenweg ist belebter: Einige Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Ländern spielen gerade auf der Straße Volleyball. Ansonsten ist alles wie zuvor. Das Haus erscheint von der Rückseite aus betrachtet immer noch wie ein Hotel – die Gardinen sind zugezogen – in ein paar Zimmern scheint Licht.

Der Albanier antwortet auf die Frage, ob er es sich so vorgestellt hat in Deutschland: „Die Leute hier sind nett zu uns.”, lächelnd fügt er hinzu „Ganz sicher würde ich viel lieber arbeiten gehen und etwas zu tun haben. Am liebsten zurück nach Albanien: Wenn es dort eine Perspektive für mich gäbe.“ (kh)