Friedenskultur als Kommunikationsaufgabe

Vom ersten bis zum dritten Oktober veranstaltet der Memorare Pacem e.V. den Internationalen Dresden Dialog. Mit Gästen aus mehr als 30 europäischen Städten sollen insbesondere die aktuellen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhaltes in den Städten und Kommunen in Europa diskutiert werden.
„Willkommen in Löbtau“ war am Sonntag nachmittag bei der Auftaktveranstaltung im Hygienemuseum durch uns vertreten. Im Panel 2 der Arbeitstagung stellten Gäste aus Mailand, Schweinfurt, Thessaloniki, Coventry und  San Sebastian verschiedene erfolgreiche Projekte von Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung in ihren Städten vor. Am interessantesten für uns waren hier jedoch die Äußerungen von Dieter Jetschmanegg, der als Leiter für Kommunikation, Wirtschaft und Beteiligung in der Landeshauptstadt Potsdam arbeitet.

Verena Leuterer und Sibylle Frey präsentieren das Netzwerk „Willkommen in Löbtau“

So gibt es dort eine „WerkStadt für Beteiligung“ sowie einen Beteiligungsrat, in welchem mehr Bürger als Politiker und Verwaltungsangestellte vertreten sind. Man beschäftigt sich ernsthaft mit tatsächlicher Mitbestimmung und kritisiert Alibi-Aktionen, wo Bürger lediglich als „Dekoration“ dienen.  Und man diskutiert auch die Missverständnisse und Mythen, die zuweilen entstehen, z.B.: „Bürgerbeteiligung muss immer zu besseren Ergebnissen führen“ oder dass am Ende der Beteiligung immer ein Konsens bestehen müsse.

 

Beim abendlichen Get-Together im Kunsthaus Dresden konnten Verena Leuterer und Sibylle Frey den anwesenden Gästen die Initiative „Willkommen in Löbtau“ kurz vorstellen. Zur Sprache kamen dabei die verschiedenen Aktivitäten und Arbeitsgruppen, speziell jedoch die vielfältigen Aufgaben, die die Paten bei der Integration der Geflüchteten übernehmen – Erfolge, Probleme und Aktuelles. Und so konnte den Gästen auch der neue Lernraum im Spike vorgestellt werden, welcher noch einmal ausführlich durch eine Mitstreiterin aus diesem Verein erläutert wurde. Dazu gab es nette, z.T. auch sehr informative Gespräche mit Dresdner Stadträten oder Vertretern aus anderen Vereinen und Initiativen.

Sibylle und Heiko Frey

Informations- und Patenschaftsabend „Ausbildung und Arbeit für Geflüchtete“

Oft besitzen Geflüchtete gute Voraussetzungen, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, haben aber leider nicht genügend Informationen darüber, wie man das anpackt. Auf dem Weg zu einer festen Anstellung gibt es zudem viele Hürden – sprachliche, gesetzliche, bürokratische, strukturelle, kulturelle, die sie ohne Unterstützung meist nur sehr schwer überwinden können. Persönliche längerfristige Arbeitssuche-Patenschaften können hier eine große Hilfe sein.

Das Netzwerk „Willkommen in Löbtau“ veranstaltete am 12. November 2015 einen Informations- und Patenschaftsabend zum Thema „Ausbildung und Arbeit für Geflüchtete“. Eingeladen waren arbeitsuchende Geflüchtete und Interessierte, die gern eine Patenschaft übernehmen möchten, ehrenamtliche Vertreter von Willkommensnetzwerken benachbarter Stadtteile sowie hauptamtlich Tätige aus dem Bereich Arbeitsvermittlung und Flüchtlingsarbeit.

Zur Freude der Organisatoren war das Interesse an der Veranstaltung groß. Mehr als 100 Menschen folgten der Einladung in den Hörsaal 403 des Hörsaalzentrums der TU Dresden. Sämtliche Plätze und Fensterbänke waren schnell besetzt, sodass zusätzliche Stühle beschafft werden mussten. Die Geflüchteten kamen nicht nur aus den Asylunterkünften in der Tharandter Straße in Löbtau, der Podemusstraße in Stetzsch und der Waltherstraße in Friedrichstadt, sondern aus dem gesamten Stadtgebiet und sogar darüber hinaus. Auch die neuen UnterstützerInnen, die sich für eine Patenschaft engagieren möchten oder sich zunächst erst einmal informieren wollten, kamen aus verschiedensten Stadtteilen. Vertreter aus den Netzwerken Anker Friedrichstadt, Gemeinsam im Dresdner Westen und Dresden-Plauen Miteinander nahmen ebenso an der Veranstaltung teil wie der Koordinator Ehrenamt und Beschäftigung im Bereich Asyl der Stadt Dresden, Clemens Hirschwald. Darüber hinaus nahmen sich Andre Kostov vom Team Integration von Asylsuchenden der Arbeitsagentur Dresden und Uwe Krenz vom Comcenter Dresden Zeit für die Veranstaltung.

Zunächst gab es eine Einführung für potentielle neue Patinnen und Paten. Dann folgte ein Vortrag, der hauptsächlich die Geflüchteten adressierte. Ziel war es, offizielle Anlaufstellen und das Unterstützungsangebot durch Arbeitssuche-Patenschaften vorzustellen sowie eine Einführung zu Arbeitsgelegenheit, Praktika, Berufsausbildung, Studium und Arbeit in Deutschland zu geben. In einem weiteren Vortragsteil stellte Herr Kostov das Angebot der Arbeitsagentur vor. Die Liveübersetzung durch Dr. Mohammad Nassour, Aktiver des Netzwerks und Mitarbeiter des Comcenters, ins Arabische ermöglichte einem Großteil der Geflüchteten den Vorträgen zu folgen. Am Ende standen die offiziellen Gäste den Geflüchteten und ehrenamtlichen Unterstützern für Fragen zur Verfügung.

Im letzten Teil der Veranstaltung wurden in Zweiergesprächen und Kleingruppen gemeinsam mit Übersetzern und unter Zuhilfenahme von Übersetzungsapps erste Daten als Startpunkt einer Patenschaft ausgetauscht. Erstaunlich schnell und unkompliziert fanden sich Geflüchtete und UnterstützerInnen zusammen, sodass zügig 40 Erfassungsbögen ausgefüllt waren. Mit voraussichtlich ca. 30 neuen UnterstützerInnen kann die gemeinsame Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsstellen nun beginnen.

Das Material zur Veranstaltung kann unter folgendem Link heruntergelanden werden http://cern.ch/info-refugee-jobs.

Wer sich für eine Arbeitssuche-Patenschaft interessiert, kann sich per Email an asyl@loebtau.org wenden oder zu unserem Stammtisch vorbeikommen. Dieser findet jeden dritten Dienstag im Monat um 18 Uhr statt. (Ort und Zeit wird rechtzeitig unter der Rubrik Termine auf dieser Webseite bekannt gegeben.

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