„Erste“ Mitgliedervollversammlung von Willkommen in Löbtau e.V.

Kommende Woche Mittwoch, den 25.04.2018, findet ab 19 Uhr im Kleinen Saal der Hoffnungskirche (Clara-Zetkin-Str. 30) die „erste“ Mitgliedervollversammlung von Willkommen in Löbtau e.V. statt – denn seit diesem Jahr sind wir ein offiziell eingetragener Verein. Beim „letzten“ großen Netzwerktreffen im vergangen Herbst wurde aus dem bis dahin losen Netzwerk des Stadtteils der Verein „Willkommen in Löbtau“. Die bisherigen großen Netzwerktreffen werden seitdem abgelöst durch eine einmal im Jahr einberufene Mitgliedervollversammlung, wie sie kommenden Mittwoch stattfindet, und regelmäßigen offenen Orga-Runden.

Der Schritt in Richtung Verein wurde gewählt, um den vielen ehrenamtlich tätigen Menschen bei Willkommen in Löbtau weiterhin eine solide & nachhaltige Basis für ihr Engagement und ihre Projekte zu bieten. Mittlerweile schauen wir schon auf über 3 Jahre Netzwerkgeschichte zurück…Als die Stadt Dresden Ende 2014 beschloss, ein Übergangswohnheim für 40 Asylsuchende im Stadtteil Löbtau einzurichten, zeigte sich unter vielen Bürger*innen eine ablehnende bis rassistische Haltung gegenüber den neuen Bewohner*innen des Stadtviertels. Daraufhin schlossen sich Kirchgemeinden, Nachbarschaftsinitiativen, engagierte Einzelpersonen, Vereine und Parteien aus dem Stadtteil zusammen und gründeten das Nachbarschaftsnetzwerk Willkommen in Löbtau. Aus diesem anfangs losen Zusammenschluss von über 200 Menschen konstituierte sich basisdemokratisch und allein durch ehrenamtliches Engagement eine Willkommensinitiative, die Geflüchtete weit über die Stadtteilgrenzen hinaus in ihrem Integrationsprozess fördert und begleitet.

Aktuell organisiert sich unser Verein in 12 verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, die Geflüchtete vom Spracherwerb über Sportaktivitäten & Hobbygärtnern bis zum Eintritt in den Arbeitsmarkt unterstützen. Wir sind aber nicht nur ein Unterstützernetzwerk für Geflüchtete: Bei unserer wöchentlichen Nähwerkstatt etwa kommen stets auch zahlreiche Altlöbtauer*innen zusammen und tauschen sich bei Nadel & Faden über die neusten Entwicklungen im Stadtteil aus.

Egal ob Netzwerk oder Verein: wir sind weiterhin offen für alle Menschen, ob Mitglied oder nicht, denen ein tolerantes & respektvolles Miteinander in der Nachbarschaft und der Stadt wichtig sind.

Daher laden wir alle Mitglieder, interessierte & neugierige Menschen herzlich zu unserer Mitgliederversammlung in der Hoffnungskirche ein. Dort könnt ihr nicht nur andere Mitglieder, sondern auch alle Arbeitsgemeinschaften des Vereins kennenlernen. Wir freuen uns auf Euch!

Mitgliederversammlung

„Die Gefahr des Populismus nicht unterschätzen“

Dresdens Oberbürgermeister, Dirk Hilbert, hatte sich viel Zeit genommen, um bei unserer diesjährigen Mitgliederversammlung die Arbeit von Verein und Initiative „Willkommen im Hochland“ kennenzulernen.  Er  lobte den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer. Je besser Flüchtlinge und Asylsuchende betreut würden, umso größere Fortschritte machten sie beim Erlernen der deutschen Sprache und bei der Integration.

Michael Bockting dankte als Vorsitzender des Vereins dem OB dafür, dass er Dresden unter anderem mit der Bus-Installation des syrischen Künstlers Manaf Halbouni  ein offeneres Gesicht gegeben habe.

Hilbert berichtete über die vielfältigen Reaktionen auf das Mahnmal  – etwa 170 Zuschriften ins Rathaus pro Tag! – bei denen Tonfall und Wortlaut zum Teil „erschreckend“ gewesen seien. Allerdings seien nur etwa 20 Prozent dieser Wortmeldungen aus Dresden gekommen, der überwiegende Teil aus dem gesamten Bundesgebiet.  Weil aber auf diese Weise Druck auf politische Entscheidungsträger ausgeübt und in der Öffentlichkeit Stimmung gemacht werden soll, warnte Hilbert davor, die „Gefahr des Populismus“  zu unterschätzen.

In Dresden soll es im Zuge der Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 zusätzliche Bürgerdialoge geben, in denen man sich über die Arbeit der Verwaltung informieren und seine Sorgen und Ängste vortragen kann, so beim „Offenen Rathaus“ im Juni. Der Neumarkt soll nach Hilberts Worten ein Ort der öffentlichen Diskussion werden, in dem sich auch künftig die Geister an Werken zeitgenössischer Kunst scheiden können.

Dialog braucht Respekt

Dass man unterschiedliche Standpunkte erörtern kann, ohne sich anzuschreien oder zu beleidigen, beweist seit gut zwei Jahren unsere Arbeitsgruppe „Dialog“. Sie hat zahlreiche Gespräche mit Pappritzer Bürgern geführt, vor allem mit solchen, die große Angst vor den neuen Mitmenschen aus dem Ausland hatten.  Manche sehen ihre Befürchtungen in der Wirklichkeit nicht bestätigt. Andere fühlen sich durch das Heim belastet. Und natürlich gibt es auch welche, die nach wie vor überhaupt keinen Dialog wollen.

Neue Anforderungen

Unsere Sprachgruppe  bietet seit zwei Jahren zuverlässig und mit erheblichem Zeitaufwand täglich sechs Stunden Deutschunterricht und praktische Hilfe vor allem für die neuen Heimbewohner an. Die Freizeitgruppe bietet mit einem umfangreichen Sport- und Ausflugsprogramm vielfältige Begegnungsmöglichkeiten. Für Sprachunterricht und Begegnungscafé ist die Alte Schule in Pappritz eine wichtige Anlaufstelle, auf die niemand verzichten möchte. Die Gruppe „Öffentlichkeitsarbeit“ pflegt diese Homepage und den Facebook-Auftritt von „Willkommen im Hochland“; außerdem informiert sie in der Reihe „Donnerstalk“: Kulturen der Welt“ über die Herkunftsländer unserer Heimbewohner.

Allerdings beschränkt sich die Betreuung längst nicht mehr nur auf Heimbewohner. Denn mit jeder Anerkennung eines Asylantrags sind unsere Helfer gefordert, Unterstützung bei Wohnungssuche und Umzug zu geben. Unsere Spendengruppe sucht mittlerweile hauptsächlich Mobiliar und andere Ausstattungsgegenstände für Wohnungseinrichtungen.  Ein geeignetes Fahrzeug für diese Transporte ist der Traum aller Umzugshelfer und Spendensammler.  Das würde uns erheblichen Organisationsaufwand ersparen.  Wer uns dabei helfen kann, ist höchst willkommen.

Ihr Beitrag zählt

Willkommen im Hochland e.V. bei Gooding

Liebe Freundinnen und Freunde unseres Vereins,

die Internet-Plattform www.gooding.de ermöglicht es jedem, unseren Verein durch seine Online-Einkäufe zu unterstützen – ganz ohne Mehrkosten.

Angeschlossen sind mehr als 1.000 Online-Shops wie Amazon, Ebay, HRS, Bahn oder Zalando. Bei jedem Einkauf erhält unser Verein eine Prämie, im Durchschnitt ca. 5% des Einkaufswertes.

Sie selbst bezahlen dabei nicht mehr, die Prämie wird durch die Unternehmen gezahlt. Gooding selbst finanziert sich durch einen freiwilligen Anteil der Prämie.

Man muss sich als Nutzer nicht registrieren und keine Daten über sich preisgeben.

Daher würden wir uns freuen, wenn Sie Ihre Online Einkäufe über Gooding machen und unseren Verein dabei auswählen!

 

So funktioniert die Unterstützung über Gooding

 

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  1. Sie besuchen vor Ihrem nächsten Einkauf die Seite Gooding.de und entscheiden sich für einen von über 1.000 Online-Shops.
  2. Im Anschluss wählen Sie unseren Verein aus.
  3. Jetzt beginnen Sie ganz normal mit Ihrem Einkauf. Die Einkäufe kosten dadurch keinen Cent mehr. Eine Registrierung ist nicht erforderlich.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

www.gooding.de

Das Handwerk als neue Chance für Asylsuchende

Am 26. November lud Herr Dr. Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, Flüchtlinge aus Pappritz und der „Fortbildungsakademie der Wirtschaft“ in die Ausbildungsstätten der Kammer ein. Mehr als 15 interessierte Asylsuchende nahmen die Einladung dankend an und fanden sich „Am Lagerplatz 8“ ein.

Dort begrüßte uns Herr Dr. Brzezinski mit weiteren Mitarbeitern der Kammer freundlich. Nach kurzer Einführung bekamen die Besucher auch gleich einen Eindruck vom laufenden Betrieb. Die Führung durch die Bereiche Raumausstattung, Metall und Zahntechnik vermittelte eindrucksvoll, welche Kenntnisse und Fertigkeiten für das Handwerk erforderlich sind.

Im Anschluss gab es bei Kaffee und Tee einen Überblick über das duale Ausbildungssystem in Deutschland. Die Asylsuchenden waren beeindruckt von der Vielfalt der Handwerksberufe. Auch die Komplexität der Ausbildung zwischen Ausbildungsbetrieb, Schule und überbetrieblicher Ausbildung führte zu zahlreichen Nachfragen, die mit Hilfe des Übersetzers eine rege Kommunikation auslöste.

Das erkennbare Interesse der Teilnehmer lässt vermuten, dass der ein oder andere Flüchtling den Handwerksberuf für sich entdeckt hat. Auch wenn die2 bis 3,5 jährige Ausbildung je nach Handwerk für einige Seufzer sorgte, so bekamen die Teilnehmer dennoch genügend Aufmunterung und Mut von den Kammervertretern zugesprochen. „Gutes Deutsch, Pünktlichkeit und Disziplin sind die besten Voraussetzungen.“ Mit diesen Empfehlungen schlossen unsere Begleiter, denen wir an dieser Stelle noch einmal herzlich danken

Michael Bockting

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„Reich mir die Hand…!“ – kraftvolle ‚opera en miniature‘

 Undine Röhner-Stolle (Oboe), Fabian Dir (Klarinette) und Philipp Zeller (Fagott) Foto Copyright Dresdner Philharmonie

Undine Röhner-Stolle (Oboe), Fabian Dir  (Klarinette) und Philipp Zeller (Fagott)
Foto Copyright Dresdner Philharmonie

Die Zuhörer, Flüchtlinge und Unterstützer des Vereins, waren sehr angetan von den temporeichen und kraftvollen Stücken u.a. von Beethoven, Vivaldi, Rossini und Mozart. Die Virtuosität der Künstler war beeindruckend. Ein junger Mann sagte „so eine schöne Musik – ich werde sie jetzt öfters hören!“

DANKE an die Musiker des Carus Ensembles der Dresdner Philharmonie, die am 31.10.15 ihr Können ohne Eintrittskosten im Hans-und-Sophie-Scholl-Haus in Pappritz darboten.  

DSCN3618 DSCN3610 DSCN3619 DSCN3647 Alle Fotos: Copyright Dresdner Philharmonie

Informationsabend für die Unterstützer der Initiative “Willkommen im Hochland”

Das Interesse war groß am Informationsabend für die Unterstützer der Initiative “Willkommen im Hochland”. Der Vereinsvorstand und die Sprecher der Arbeitsgruppen berichteten über ihre Aktivitäten. So bietet die Sprachgruppe täglich Deutschunterricht in vier Gruppen an – mehr als die Hälfte der Bewohner des Asylbewerberheimes am Pappritzer Höhenweg nimmt daran teil. Sonntags steht bei vielen Heimbewohnern Sport auf dem Programm: Fußball und Volleyball mit Einheimischen auf dem Sportplatz in Pappritz. Neu im Angebot: Ein Malzirkel, Bastelstunden für Frauen und demnächst eine Fahrradwerkstatt.

Danke!

Liebe Vereinsmitglieder,

liebe Helferinnen und Helfer,

seit der letzter Woche haben 60 Asylsuchende im Pappritzer Hof eine vorübergehende Bleibe gefunden. Die Neupappritzer kommen aus verschiedenen Ländern. Einige sind uns bereits aus dem Gustavheim bekannt.

Für den Verein nimmt – beginnend mit dem Tag „der offenen Tür“ – die Arbeit im Hochland an Fahrt auf. Unter dem Motto Erich Kästners „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ haben sich bereits im Vorfeld viele Unterstützer im Sinne unserer Vereinsidee der Flüchtlinge aus dem Gustavheim durch gemeinsame Veranstaltungen bei Sport, Freizeitgestaltung und Sprachvermittlung angenommen. Es war ein wunderbares Zeichen – auch nach außen – dass so viele bereit waren ihre Zeit den Asylsuchenden zu widmen. Ob durch Kuchenbacken, Fußballspielen oder durch Überzeugungsarbeit für die gute Sache bei unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern brachte so mancher sein eigenes Zeitbudget durcheinander. Der Vorstand möchte sich bei allen Mitwirkenden für den unermüdlichen Einsatz ganz herzlich bedanken – insbesondere auch für die Teilnahme an der nicht ganz einfachen Diskussion zum „Tag der offenen Tür“. Er wird bestimmt allen in farbiger Erinnerung bleiben. Es war gut, dass viele Pappritzer Bürgerinnen und Bürger das Angebot nutzten, um sich ein eigenes Bild zu machen. Trotz der vielen Emotionen blieb es friedlich. Auch das war ein Erfolg.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, wenn kritische Stimmen auf die Schwachstellen für den Standort des Asylbewerberheimes hinweisen, oder sich schlecht beziehungsweise unzureichend informiert fühlten. Insoweit sollte dies für alle Beteiligten ein Lernprozess sein.

Nun sind die Flüchtlinge angekommen. Sie können am wenigsten für die Auswahl des Standortes. Die Motive ihnen zu helfen mögen unterschiedlich sein. Für die einen sind sie Selbstverständnis des Christlichen Glaubens. Anderen sehen sich aus dem Grundrecht auf Asyl oder den allgemeinen Menschenrechten verpflichtet. Wieder Andere haben selbst erfahren was es heißt, auf der Flucht zu sein.

Allen Förderern und Mitgliedern des Vereines ist aber eine Erkenntnis gemein: Gastlichkeit ist der erste Schritt, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und damit ein friedliches Miteinander zu fördern.

Daher sei weiterhin unser Motto „Willkommen im Hochland“

Der Vereinsvorstand