Aktuelles

Löbtauerinnen und Löbtauer diskutieren über Flüchtlinge

Schon nächste Woche kommen vielleicht die ersten Flüchtlinge nach Löbtau. Seit Dezember 2014 engagiert sich das Netzwerk “Willkommen in Löbtau” für eine positive Aufnahme der neuen Nachbarn.

Diesen Mittwoch, 28. Januar 2015, steht nun eine Informationsveranstaltung mit Podiumsdiskussion an, die das Netzwerk seit Dezember vorbereitet. Unter dem Titel “Geflüchtete in Löbtau – eine Herausforderung?!” sind alle Löbtauerinnen und Löbtauer in die Hoffnungskirche, Clara-Zetkin-Str. 30 eingeladen, um sich zu informieren und zu diskutieren. Für das Podium haben u.a. der Sozialbürgermeister Martin Seidel, die Landtagsabgeordnete und Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange, ein Flüchtling und eine Sozialbetreuerin zugesagt (siehe Plakat).

Die Fragen, Kommentare und Kritik aus dem Publikum werden von Mitgliedern des Netzwerks gesammelt und sortiert, damit kein Argument untergeht und damit sich auch jene Menschen äußern können, die keine geübten Redner sind. Größtmögliche Transparenz ist dabei das Ziel.

Kommen Sie vorbei und reden Sie mit! Der Eintritt ist frei.

Am Freitag, den 30. Januar 2015 findet dann der Tag der offenen Tür im zukünftigen Übergangswohnheim statt und in der darauffolgenden Woche wird das Übergangswohnheim bezogen werden.

Links:

Aushang an der Haltestelle "Tharandter Straße"

Ihr wisst es alle längst: Offen und bunt – Dresden für alle! Morgen am Neumarkt!…

Ihr wisst es alle längst: Offen und bunt – Dresden für alle! Morgen am Neumarkt! Es werden noch helfende Hände und Spenden gesucht… alle anderen sind als Publikum herzlich willkommen.


Fotos von Bündnis für ein offenes Dresdens Beitrag in Offen und bunt – Dresden für alle!
Heute: Bühnenaufbau Morgen ist es soweit. Kommt zahlreich und bunt! Kommt rechtzeitig, um euch einen guten Platz zu sichern! Freuen uns über Deine Spende: http://www.dresden-place-to-be.de/donations Freuen uns über Deine Unterstützung als Ordnungshelfer (schick uns Deine E-Mail Adresse)

Am Montag wird erstmal der Neumarkt gerockt. Danach geht es mit #WOD im Staatssc…

Am Montag wird erstmal der Neumarkt gerockt. Danach geht es mit #WOD im Staatsschauspiel Dresden weiter und der Frage nach einer Gesellschaft in Angst.
Sonntag, 01.02., 11 Uhr, „DRESDNER REDE“ MIT HEINZ BUDE

Heinz Bude wird in der Dresdner Rede aktuell vor dem Hintergrund seiner gerade erschienen Schrift „Gesellschaft der Angst“ (2014) die jüngsten Ereignisse um Pegida analysieren. Bude ist einer der einflussreichsten Soziologen Deutschlands, seit der Jahrtausendwende hat er den Lehrstuhl für Makrosoziologie an der Universität Kassel inne. Seine Schwerpunkte liegen in der Generationen- und Arbeitsmarktforschung mit Veröffentlichungen wie „Das Altern einer Generation. Die Jahrgänge 1938 bis 1948“ (1995), „Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft“ (2008) und „Bildungspanik. Was unsere Gesellschaft spaltet“ (2011).
Karten unter 0351 / 4913 – 555
www.staatsschauspiel-dresden.de


Staatsschauspiel Dresden
www.staatsschauspiel-dresden.de
Wie es euch gefällt Komödie von William Shakespeare Deutsch von Jürgen Gosch und Angela Schanelec Regie: Jan GehlerPremiere am 17. Januar 2015 um 19:30 Uhr im SchauspielhausLesen Sie weiter

Pegida schon am Sonntag

Seit heute (23.01.) morgen wissen wir, dass Pegida erstmals den Montag aufgibt und dafür auf den Sonntag vorverlegt.

Das heißt ganz konkret, dass die Pegidakundgebung am 25.01.2015 ab 14:30 Uhr auf dem Theaterplatz in Dresden stattfinden soll. Über die Gründe der Vorverlegung lässt sich vortrefflich mutmaßen - unter anderem wird es wohl mit dem Versuch zusammen hängen, die gewaltaffine Klientel bei der eigenen Demo gering zu halten und dem Gegentermin mit der Großkundgebung, unterstützt von zahlreichen prominenten Künstler_innen am Montag, auszuweichen.

Sei es wie es sei, wir müssen mit dieser veränderten Situation umgehen - und das werden wir auch!

Die erneute Lageveränderung hat erste, aus unserer Sicht sehr positive Wirkungen erzielt. So ist es uns gelungen, die anderen großen Akteur_innen dazu zu holen und nun können wir zusammen für Sonntag einen Aufruf starten:

Gemeinsam mit Dresden für alle und der Aktion Neujahrsputz rufen wir euch auf, am kommenden Sonntag, 25.01.2015, ab 14 Uhr zu einer Kundgebung unter dem Motto "Refugees welcome" auf den Schlossplatz zu kommen. Damit werden wir in Hör- und Sichtweite zu Pegida sein.

Solange Pegida ein Sammelbecken für Rassismus und Xenophobie bietet, werden wir auf die Straße gehen und klar machen, dass dies in Dresden niemals unwidersprochen bleiben wird.

Damit ihr am Sonntag sowohl auf der Straße gut informiert agieren könnt oder aber aus der Ferne die Aktionen verfolgen könnt, bieten wir euch wieder einen Infoticker an. Diesen werdet ihr unter ticker.dresden-nazifrei.com ab ca. 14 Uhr finden!

Wichtig ist uns: Wir schätzen die Gefährdungslage ähnlich ein, wie in den vergangenen Wochen. Das heißt, die tatsächlich reale Gefahr, ganz besonders für People of Colour, geht von den Pegida-Teilnehmer_innen aus. Innerhalb der Pegida-Teilnehmer_innenschaft gibt es eine große Gruppe von gewaltaffinen Menschen, die Angriffe auf Menschen auch gezielt forcieren und sich dabei im Zweifel auch von der Polizei nur schwer aufhalten lassen. Das haben wir zum beispiel auch bei der letzten Pegida-Demonstration, als es einen Ausbruchversuch gab, erleben können. Daher ist es wichtig, dass ihr nicht allein unterwegs seid, sondern euch organisiert. Sucht euch ein paar Freund_innen, möglichst mit ähnlichem Aktionslevel, wobei zwei Personen der Gruppe grundsätzlich immer bei einander bleiben sollten (Buddy-Prinzip). Sprecht euch ab, wählt euch einen gut merkbaren Bezugsgruppennamen (damit ihr euch durch Rufen wieder finden könnt). Kommt zusammen, bleibt zusammen, geht zusammen heim. Achtet auf einander!

Wir sehen uns hoffentlich am Sonntag. Bringt so viele Menschen mit, wie ihr könnt, damit wir Pegida wirksam etwas entgegen stellen können!

Pegida schon am Sonntag

Seit heute (23.01.) morgen wissen wir, dass Pegida erstmals den Montag aufgibt und dafür auf den Sonntag vorverlegt.

Das heißt ganz konkret, dass die Pegidakundgebung am 25.01.2015 ab 14:30 Uhr auf dem Theaterplatz in Dresden stattfinden soll. Über die Gründe der Vorverlegung lässt sich vortrefflich mutmaßen - unter anderem wird es wohl mit dem Versuch zusammen hängen, die gewaltaffine Klientel bei der eigenen Demo gering zu halten und dem Gegentermin mit der Großkundgebung, unterstützt von zahlreichen prominenten Künstler_innen am Montag, auszuweichen.

Sei es wie es sei, wir müssen mit dieser veränderten Situation umgehen - und das werden wir auch!

Die erneute Lageveränderung hat erste, aus unserer Sicht sehr positive Wirkungen erzielt. So ist es uns gelungen, die anderen großen Akteur_innen dazu zu holen und nun können wir zusammen für Sonntag einen Aufruf starten:

Gemeinsam mit Dresden für alle und der Aktion Neujahrsputz rufen wir euch auf, am kommenden Sonntag, 25.01.2015, ab 14 Uhr zu einer Kundgebung unter dem Motto "Refugees welcome" auf den Schlossplatz zu kommen. Damit werden wir in Hör- und Sichtweite zu Pegida sein.

Solange Pegida ein Sammelbecken für Rassismus und Xenophobie bietet, werden wir auf die Straße gehen und klar machen, dass dies in Dresden niemals unwidersprochen bleiben wird.

Damit ihr am Sonntag sowohl auf der Straße gut informiert agieren könnt oder aber aus der Ferne die Aktionen verfolgen könnt, bieten wir euch wieder einen Infoticker an. Diesen werdet ihr unter ticker.dresden-nazifrei.com ab ca. 14 Uhr finden!

Wichtig ist uns: Wir schätzen die Gefährdungslage ähnlich ein, wie in den vergangenen Wochen. Das heißt, die tatsächlich reale Gefahr, ganz besonders für People of Colour, geht von den Pegida-Teilnehmer_innen aus. Innerhalb der Pegida-Teilnehmer_innenschaft gibt es eine große Gruppe von gewaltaffinen Menschen, die Angriffe auf Menschen auch gezielt forcieren und sich dabei im Zweifel auch von der Polizei nur schwer aufhalten lassen. Das haben wir zum beispiel auch bei der letzten Pegida-Demonstration, als es einen Ausbruchversuch gab, erleben können. Daher ist es wichtig, dass ihr nicht allein unterwegs seid, sondern euch organisiert. Sucht euch ein paar Freund_innen, möglichst mit ähnlichem Aktionslevel, wobei zwei Personen der Gruppe grundsätzlich immer bei einander bleiben sollten (Buddy-Prinzip). Sprecht euch ab, wählt euch einen gut merkbaren Bezugsgruppennamen (damit ihr euch durch Rufen wieder finden könnt). Kommt zusammen, bleibt zusammen, geht zusammen heim. Achtet auf einander!

Wir sehen uns hoffentlich am Sonntag. Bringt so viele Menschen mit, wie ihr könnt, damit wir Pegida wirksam etwas entgegen stellen können!

“Willkommen in Löbtau” auf Coloradio

Heute Abend wird auf dem freien Radio ColoRadio ein Interview mit Claudia Günther und Frederik Kuschewski vom Netzwerk “Willkommen in Löbtau” ausgestrahlt.

Das “Magazin” (19:10 – 20:30) beschäftigt sich mit Politik und Kunst. Aktuell liegt der Schwerpunkt natürlich auf Pegida und Fremdenfeindlichkeit.

ColoRadio ist über UKW 98,4 & 99,3 MHz (Mo-Fr 18-23 & Sa+So 12-24 Uhr) oder im Internet-Livestream zu empfangen.

Das Interview liegt auch als Podcast zum Nachhören auf der ColoRadio-Webseite.

Alle Demonstrationen am 19.01. abgesagt – Bündnisticker erreichbar

Am heutigen Sonntag hat die Polizeidirektion Dresden per Allgemeinverfügung sämtliche für morgen geplante Versammlungen verboten. Darunter fällt sowohl die von „Pegida“ geplante Kundgebung auf dem Theaterplatz (eine zuvor angemeldete Demonstration wurde bereits zuvor in eine Kundgebung umgemeldet, da man die von der Polizei geforderte Risikoeinschätzung über die eigenen Teilnehmer_innen nicht liefern konnte), als auch die von Dresden Nazifrei angedachte Gegenkundgebung auf dem Schlossplatz und die von Dresden für Alle vorbereitete Kehraus-Aktion. Grund dafür sollen angebliche Erkenntnisse über eine konkrete Anschlagsgefahr in Bezug auf die „Pegida“-Demo sein.

Eines vorweg: Mord- und Terrordrohungen können für uns niemals ein Bestandteil politischer Auseinandersetzungen sein. Wer solche Mittel wählt, wird immer ein Stück Menschlichkeit in der Gesellschaft für seine politischen Zwecke opfern. Das können wir nicht akzeptieren.

Dies vorangestellt fragen wir uns allerdings, wie die heute ergangene Allgemeinverfügung der Polizei einzuordnen ist. Ein Djihadist ruft bei Twitter zu einem Anschlag auf eine bestimmte Kundgebung auf (was prinzipiell jeder Mensch mit einem Twitter-Zugang und 2 Minuten Zeit tun kann), es gibt weder Hinweise auf potentielle Täter_innen, noch auf die Vorgehensweise, noch irgendwelche anderen polizeilichen Ermittlungsergebnisse. Trotzdem wird die gesamte Stadt quasi zur politischen Sperrzone erklärt. Interessant, wenn man bedenkt, dass bekennende Pegida-Anhänger_innen im Internet ständig ihrem Hass freien Lauf lassen und auch vor massiven Gewaltandrohungen nicht zurückschrecken. Solche Vorkommnisse waren in der Vergangenheit aber ebenso wenig ein Grund für Grundrechtseinschränkungen wie die tatsächlichen rechten Gewalttaten der letzten Wochen und Monate in Dresden.

Wir werden das Gefühl nicht los, dass hier versucht wird, ein für die Polizei existierendes logistisches Problem namens „Pegida“ mit dem Mittel des Verbots zu lösen. Kann aber staatliche Repression ein geeignetes Mittel sein, einen politischen Streit zu beenden? Wir sagen: nein.

Würden jedes mal, wenn im Internet ein Djihadist eine Drohung ausspricht, Demonstrationsverbote dieser Größenordnung ausgesprochen, wäre die Welt bald eine grundrechtsfreie Zone! Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die öffentliche Auseinandersetzung mit „Pegida“ und den dahinterstehenden Ideologien zu suchen und wir werden das auch weiterhin tun, auch auf der Straße. Eine Einschränkung des Demonstrationsrechts in diesem Ausmaß können wir nicht akzeptieren.

Dennoch gilt es, sehr genau zu überlegen, wie wir vor dem Hintergrund der Allgemeinverfügung mit dem morgigen Tag umgehen. Klar ist, dass jede Zuwiderhandlung gegen das Verbot von der Polizei vermutlich als Straftat gewertet werden würde. Klar ist auch, dass im Internet bereits Hooligans, NPD- und andere Nazikader dazu aufrufen, sich trotzdem in der Innenstadt zu sammeln (auch wenn wir natürlich nicht abschließend feststellen können, wie ernst zu nehmen solche Aufrufe sind). Solche Ansammlungen von Nazigrüppchen werden sich wahrscheinlich kaum an den durch Gruppendruck entstandenen „Pegida“-Konsens verpflichten, öffentlich gewaltfrei aufzutreten. Im Gegenteil könnten diese Gruppen äußerst gereizt und gewaltbereit auftreten, wie es bereits auf einigen „Pegida“-Demonstrationen zu beobachten war. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren haben wir uns dazu entschlossen, morgen nicht zu einer Demonstration aufzurufen um sowohl unsere Lauticrews als auch eventuelle Teilnehmer_innen nicht der Gefahr von Repression durch die Polizei oder Auseinandersetzungen mit Nazis auszusetzen.

Um euch dennoch über die Ereignisse morgen Abend zu informieren und euch, falls ihr es nicht vermeiden könnt, die Möglichkeit zu geben, euch in der Innenstadt gefahrlos zu bewegen, werden wir wie geplant ab ca. 17 Uhr einen Liveticker anbieten, der euch über eventuelle Naziaktivitäten auf dem Laufenden halten wird.

Antifa klobuersteTrotz allem stellt sich natürlich die Frage, wie mit der von der Polizei verordneten Abschaffung des Versammlungsrechts umzugehen ist. Einen Hinweis, wie man kreativ mit Grundrechtseinschränkungen umgehen kann, liefert das Beispiel Hamburg, wo die Klobürste zum Symbol des Widerstands gegen eine polizeiliche Gefahrenzone geworden ist. Niemand kann einem schließlich verbieten, auf einem Einkaufsbummel mit einem oder mehreren der handlichen Toilettenreiniger unterwegs zu sein. Außerdem ist es immer möglich, sich an die Polizeidirektion seines Vertrauens zu wenden: Ist es morgen erlaubt, in Grüppchen an Haltestellen auf den Bus zu warten? Müssen die Kinder jetzt allein zur Schule gehen? Die geschätzten Beamten sind sicher gern bereit, alle eure Fragen zu eurer Zufriedenheit zu beantworten!

Alle Demonstrationen am 19.01. abgesagt – Bündnisticker erreichbar

Am heutigen Sonntag hat die Polizeidirektion Dresden per Allgemeinverfügung sämtliche für morgen geplante Versammlungen verboten. Darunter fällt sowohl die von „Pegida“ geplante Kundgebung auf dem Theaterplatz (eine zuvor angemeldete Demonstration wurde bereits zuvor in eine Kundgebung umgemeldet, da man die von der Polizei geforderte Risikoeinschätzung über die eigenen Teilnehmer_innen nicht liefern konnte), als auch die von Dresden Nazifrei angedachte Gegenkundgebung auf dem Schlossplatz und die von Dresden für Alle vorbereitete Kehraus-Aktion. Grund dafür sollen angebliche Erkenntnisse über eine konkrete Anschlagsgefahr in Bezug auf die „Pegida“-Demo sein.

Eines vorweg: Mord- und Terrordrohungen können für uns niemals ein Bestandteil politischer Auseinandersetzungen sein. Wer solche Mittel wählt, wird immer ein Stück Menschlichkeit in der Gesellschaft für seine politischen Zwecke opfern. Das können wir nicht akzeptieren.

Dies vorangestellt fragen wir uns allerdings, wie die heute ergangene Allgemeinverfügung der Polizei einzuordnen ist. Ein Djihadist ruft bei Twitter zu einem Anschlag auf eine bestimmte Kundgebung auf (was prinzipiell jeder Mensch mit einem Twitter-Zugang und 2 Minuten Zeit tun kann), es gibt weder Hinweise auf potentielle Täter_innen, noch auf die Vorgehensweise, noch irgendwelche anderen polizeilichen Ermittlungsergebnisse. Trotzdem wird die gesamte Stadt quasi zur politischen Sperrzone erklärt. Interessant, wenn man bedenkt, dass bekennende Pegida-Anhänger_innen im Internet ständig ihrem Hass freien Lauf lassen und auch vor massiven Gewaltandrohungen nicht zurückschrecken. Solche Vorkommnisse waren in der Vergangenheit aber ebenso wenig ein Grund für Grundrechtseinschränkungen wie die tatsächlichen rechten Gewalttaten der letzten Wochen und Monate in Dresden.

Wir werden das Gefühl nicht los, dass hier versucht wird, ein für die Polizei existierendes logistisches Problem namens „Pegida“ mit dem Mittel des Verbots zu lösen. Kann aber staatliche Repression ein geeignetes Mittel sein, einen politischen Streit zu beenden? Wir sagen: nein.

Würden jedes mal, wenn im Internet ein Djihadist eine Drohung ausspricht, Demonstrationsverbote dieser Größenordnung ausgesprochen, wäre die Welt bald eine grundrechtsfreie Zone! Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die öffentliche Auseinandersetzung mit „Pegida“ und den dahinterstehenden Ideologien zu suchen und wir werden das auch weiterhin tun, auch auf der Straße. Eine Einschränkung des Demonstrationsrechts in diesem Ausmaß können wir nicht akzeptieren.

Dennoch gilt es, sehr genau zu überlegen, wie wir vor dem Hintergrund der Allgemeinverfügung mit dem morgigen Tag umgehen. Klar ist, dass jede Zuwiderhandlung gegen das Verbot von der Polizei vermutlich als Straftat gewertet werden würde. Klar ist auch, dass im Internet bereits Hooligans, NPD- und andere Nazikader dazu aufrufen, sich trotzdem in der Innenstadt zu sammeln (auch wenn wir natürlich nicht abschließend feststellen können, wie ernst zu nehmen solche Aufrufe sind). Solche Ansammlungen von Nazigrüppchen werden sich wahrscheinlich kaum an den durch Gruppendruck entstandenen „Pegida“-Konsens verpflichten, öffentlich gewaltfrei aufzutreten. Im Gegenteil könnten diese Gruppen äußerst gereizt und gewaltbereit auftreten, wie es bereits auf einigen „Pegida“-Demonstrationen zu beobachten war. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren haben wir uns dazu entschlossen, morgen nicht zu einer Demonstration aufzurufen um sowohl unsere Lauticrews als auch eventuelle Teilnehmer_innen nicht der Gefahr von Repression durch die Polizei oder Auseinandersetzungen mit Nazis auszusetzen.

Um euch dennoch über die Ereignisse morgen Abend zu informieren und euch, falls ihr es nicht vermeiden könnt, die Möglichkeit zu geben, euch in der Innenstadt gefahrlos zu bewegen, werden wir wie geplant ab ca. 17 Uhr einen Liveticker anbieten, der euch über eventuelle Naziaktivitäten auf dem Laufenden halten wird.

Antifa klobuersteTrotz allem stellt sich natürlich die Frage, wie mit der von der Polizei verordneten Abschaffung des Versammlungsrechts umzugehen ist. Einen Hinweis, wie man kreativ mit Grundrechtseinschränkungen umgehen kann, liefert das Beispiel Hamburg, wo die Klobürste zum Symbol des Widerstands gegen eine polizeiliche Gefahrenzone geworden ist. Niemand kann einem schließlich verbieten, auf einem Einkaufsbummel mit einem oder mehreren der handlichen Toilettenreiniger unterwegs zu sein. Außerdem ist es immer möglich, sich an die Polizeidirektion seines Vertrauens zu wenden: Ist es morgen erlaubt, in Grüppchen an Haltestellen auf den Bus zu warten? Müssen die Kinder jetzt allein zur Schule gehen? Die geschätzten Beamten sind sicher gern bereit, alle eure Fragen zu eurer Zufriedenheit zu beantworten!